Waffenruhe, Ungarnwahl, Ölpreis – Anleger atmen durch

Shownotes

Trotz fundamentaler Stärke zeigten die letzten Wochen deutlich, wie sensibel die Märkte auf weltpolitische Veränderungen reagieren. Zuletzt sorgte die Richtungswahl in Ungarn allerdings für Optimismus unter den Investoren – und Hoffnung im Hinblick auf die freizugebenden EU-Gelder. Prompt fielen die Risikoprämien für ungarische Staatsanleihen, was einen positiven Nebeneffekt für die Portfolien nach sich zog.

Auch die Lage in Iran geht nicht spurlos an den Märkten vorbei. Aufgrund der Waffenruhe und des steigenden Drucks seitens der USA haben sich die Märkte zwar vorübergehend erholt, trotzdem treibt der hohe Ölpreis die Inflation. Stabile Arbeitsmarktdaten stützen die Konjunktur bislang, doch wie fragil ist diese Basis?

Thomas Ott ordnet die Situation ein und beantwortet außerdem folgende Fragen: • Welche Zweitrundeneffekte erwarten wir als Folge des hohen Ölpreises? • Wie betrifft die US-Blockade der Straße von Hormus den Iran-Verbündeten China? • Welche Sektoren verzeichnen aktuell wieder eine verstärkte Nachfrage?

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Thomas: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Märkte und Trends am 15. April 2026.

Thomas: Mein Name ist Thomas Ott und ich freue mich, dass Sie dieses Mal in einer etwas

Thomas: kompakteren Variante wieder dabei sind, aber dafür mit einer umso spannenderen Themenlage.

Thomas: Starten wir mit dem makroökonomischen Bild und mit etwas absolut Positiven.

Thomas: In Europa, in Brüssel, hat die politische Entwicklung zuletzt für Jubelstürme gesorgt.

Thomas: Die Wahl in Ungarn wurde von der europafreundlichen Opposition gewonnen und

Thomas: Viktor Orban wurde nach 16 Jahren abgewählt.

Thomas: Dies ist ein starkes Signal von Ungarn, von den Ungarn für das europäische Projekt

Thomas: und für die weitere Integration in Europa.

Thomas: Das ist zwar kein kurzfristiger Konjunkturtreiber, aber langfristig ein wirklich

Thomas: wichtiger Faktor für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in Brüssel zwischen

Thomas: den Staats- und Regierungschefs.

Thomas: Kommissionspräsidentin von der Leyen bezeichnete die Wahl in Ungarn daher auch

Thomas: nicht ohne Grund als die wichtigste Wahl für Europa in diesem Jahr,

Thomas: aber auch in den letzten Jahren.

Thomas: Investoren konnten auch jubeln, denn Brüssel hat noch immer viele EU-Gelder

Thomas: eingefroren für Ungarn und hier entsteht natürlich jetzt die Hoffnung,

Thomas: dass diese Gelder schnell freigegeben werden.

Thomas: Folglich sank auch die Risikoprämie für ungarische Staatsanleihen und für Portfolien

Thomas: war dies ein positiver Nebeneffekt.

Thomas: Nach dem Positiven müssen wir nun aber auch einen Blick auf die Inflation werfen.

Thomas: Hier sehen wir sowohl in Europa als auch in den USA einen leichten Anstieg in

Thomas: der Inflation gegenüber dem Vormonat. Das ist allerdings auch keine Überraschung gewesen.

Thomas: Der Haupttreiber liegt klar im Ölpreis, der sich zuletzt bei rund 100 US-Dollar stabilisiert hat.

Thomas: Wichtig ist hier die Einordnung. Die Entwicklung ist im Rahmen der Erwartungen

Thomas: von Experten, Expertinnen und auch von Zentralbankern und stellt aktuell keinen

Thomas: strukturellen Inflationsschock dar.

Thomas: Aber, und das ist wirklich der entscheidende Punkt, die Effekte kommen mit Verzögerung.

Thomas: Höhere Energiepreise wirken zeitverzögert auf Transportkosten,

Thomas: Produktion und damit letztlich auch auf die Konsumentenpreise.

Thomas: Das bedeutet, die eigentliche Belastung für die Fundamentaldaten liegt vermutlich noch vor uns.

Thomas: Bis dahin werden aber noch einige Monate vergehen und der Kapitalmarkt fokussiert

Thomas: sich bis dahin auf andere Themen.

Thomas: Positiv ist weiterhin der Arbeitsmarkt in den USA. Trotz der geopolitischen

Thomas: Unsicherheiten sehen wir weiterhin eine hohe Beschäftigung und stabile Lohnentwicklungen.

Thomas: Das ist ein zentraler Anker für die US-Wirtschaft und erklärt auch,

Thomas: warum sich die Konjunktur nicht nur in den USA, sondern auch weltweit bislang

Thomas: so widerstandsfähig zeigen kann.

Thomas: Direkt im Anschluss an das wirtschaftliche Umfeld lohnt sich ein Blick auf das

Thomas: dominierende geopolitische Thema, den Iran.

Thomas: Die Waffenruhe hält weiterhin und das ist zunächst einmal die wichtigste Nachricht.

Thomas: Bemerkenswert ist es, dass dies trotz der gescheiterten ersten Verhandlungsrunde der Fall ist.

Thomas: Das zeigt, die Eskalationsdynamik wurde zumindest kurzfristig unterbrochen.

Thomas: Gleichzeitig laufen die Gespräche weiter, allerdings weniger sichtbar,

Thomas: stärker im Hintergrund und damit mehr im Hinterzimmer. Eine zweite Verhandlungsrunde

Thomas: ist in Pakistan geplant.

Thomas: Das unterstreicht auch von beiden Seiten, dass weiterhin Interesse einer diplomatischen

Thomas: Lösung besteht, auch wenn der Fortschritt hier vielleicht etwas langsam ist.

Thomas: Parallel dazu hat die USA den Druck dennoch erhöht. Die Blockade der Straße

Thomas: von Humus, nun nicht nur durch den Iran, sondern auch durch die USA,

Thomas: ist ein klarer geopolitischer Hebel.

Thomas: Die Meerenge ist weiterhin eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit

Thomas: und jede Einschränkung hat unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und auf

Thomas: die globale Wirtschaft. Warum macht die USA das?

Thomas: Vermutlich soll hierüber indirekter Druck auf den Iran über China aufgebaut werden.

Thomas: Berichten zufolge dürften nun

Thomas: auch chinesische Schiffe von den Einschränkungen der USA betroffen sein.

Thomas: Somit könnten die Schiffe iranischer Verbündeter, zum Beispiel China,

Thomas: die Meeresenge nicht mehr verlassen.

Thomas: Und damit wiederum hat China nun auch ein verstärktes Interesse an einem Frieden

Thomas: zwischen den USA und dem Iran.

Thomas: Man muss hier aber klar sagen, diese Informationen sind nicht offiziell bestätigt.

Thomas: Und sollten daher auf jeden Fall auch mit Vorsicht interpretiert werden.

Thomas: In Summe sehen wir also eine fragile Stabilität. Keine Eskalation,

Thomas: aber auch noch keine nachhaltige Lösung.

Thomas: Eine fragile Stabilität ist aber immer noch besser als Unsicherheit.

Thomas: Und damit kommen wir nun zu den Aktienmärkten.

Thomas: Seit den Tiefstständen bzw. seit Ankündigung der Waffenruhe haben sich die Märkte deutlich erholt.

Thomas: Ein wesentlicher Treiber dabei ist die Erwartung auf Frieden.

Thomas: Die Erwartung, dass sich der Konflikt zügig entschärfen lässt und größere wirtschaftliche

Thomas: Verwerfungen ausbleiben.

Thomas: Die Erwartung, dass wir die Höchststände im Ölpreis gesehen haben.

Thomas: Und die Erwartung, dass das Schlimmste hinter uns liegt.

Thomas: Gleichzeitig dürfen wir aber auch nicht übersehen, dass die fundamentale Verfassung

Thomas: des Finanzmarkts weiterhin solide ist.

Thomas: Das zeigt sich insbesondere zum Start der Berichtssaison, die traditionell mit den Banken beginnt.

Thomas: Die Ergebnisse waren durchweg stark und bestätigen, die Unternehmensgewinne

Thomas: halten sich bislang besser als viele erwartet haben.

Thomas: Darüber hinaus sehen wir auch eine Rückkehr von strukturellen Themen in den Fokus von Investoren.

Thomas: Besonders hervorzuheben ist hier erneut die Halbleiterindustrie,

Thomas: die wir auch in den vergangenen Folgen ja sehr tief diskutiert haben.

Thomas: Nach einem sehr volatilen Monat erleben wir wieder eine verstärkte Nachfrage nach diesen Titeln.

Thomas: Das ist ein Hinweis darauf, dass langfristige Trends wie Digitalisierung oder

Thomas: künstliche Intelligenz weiterhin intakt sind.

Thomas: Regional profitieren darüber besonders die USA, aber auch Teile der Schwellenländer

Thomas: wie beispielsweise Korea. Europa zeigt sich seit den Ostertagen ebenfalls sehr

Thomas: positiv mit einer deutlichen Erholung.

Thomas: Getrieben wird das zum einen durch die Entspannung im Iran-Konflikt,

Thomas: zum anderen aber auch durch geopolitische Signale aus Osteuropa.

Thomas: Die Ankündigung Russlands, Gespräche mit der Ukraine aufnehmen zu wollen,

Thomas: Aktuell wenig beachtet ist fast untergegangen, könnte aber mittelfristig ein

Thomas: wirklich sehr positiver, relevanter Unterstützungsfaktor für die europäischen Märkte sein.

Thomas: Zum Abschluss werfen wir einen Blick auf die Zinsmärkte und die Unternehmensanleihen

Thomas: und natürlich auch auf die Zentralbanken.

Thomas: In Europa bleiben die Erwartungen für Zinserhöhungen im Jahresverlauf grundsätzlich bestehen.

Thomas: Allerdings hat der Markt zuletzt einen Teil dieser Erwartungen wieder zurückgenommen.

Thomas: Konkret heißt das, dass eine vollständige Zinserhöhung durch die EZB bereits

Thomas: wieder ausgepreist wurde.

Thomas: Das zeigt die Unsicherheit der Zentralbanken und auch die Unsicherheit der Investoren,

Thomas: wenn es um Zentralbanken geht.

Thomas: Zentralbanken bewegen sich aktuell in einem Spannungsfeld aus stabiler Konjunktur

Thomas: und geopolitischen Risiken bei trotzdem steigenden Energiepreisen.

Thomas: Der zentrale Punkt, alle Blicken auf den Ölpreis und mögliche Zweitrundeneffekte.

Thomas: Nun, der Ölpreis alleine, also steigende Energiepreise, dürfte nach aktuellem

Thomas: Stand nicht ausreichen, um Zinserhöhungen wirklich zu rechtfertigen.

Thomas: Entscheidend wird sein, ob sich die Effekte in die Breite der Inflation niederschlagen können.

Thomas: Bei Unternehmensanleihen haben wir im Zuge des Konflikts eine Ausweitung der

Thomas: Risikoprämien gesehen. Diese hat sich jedoch inzwischen wieder weitgehend zurückgebildet.

Thomas: Wir befinden uns fast wieder auf dem Niveau von vor der Eskalation.

Thomas: Das ist in dem Sinne wirklich bemerkenswert und zeigt die hohe Resilienz der Asset-Klasse.

Thomas: Voraussetzung für diese Resilienz ist auch eine stabile globale Wirtschaft und

Thomas: dass es zu keiner deutlichen Wachstumsabschwächung kommt.

Thomas: Dieses Risiko wurde zuletzt ausgepreist und erklärt daher auch die Rücknahme

Thomas: bei den Risikoprämien für Unternehmensanleihen.

Thomas: Zum Abschluss noch ein kurzer Blick nach vorne und auch auf die kommenden Wochen.

Thomas: Im Zentrum bleibt ganz klar die geopolitische Lage rund um den Iran.

Thomas: Entscheidend wird sein, ob die Waffenruhe hält und ob eine zweite Verhandlungsrunde

Thomas: dann auch tatsächlich Fortschritte bringt.

Thomas: Wird vielleicht auch die Waffenruhe verlängert über die ursprünglich zwei Wochen hinaus?

Thomas: Und ebenso relevant bleibt die Situation rund um die Straße von Humus.

Thomas: Hier ist maßgeblich entscheidend, dass keine weiteren Einschränkungen bestehen

Thomas: und dass es zu keiner weiteren Eskalation bei den Energiepreisen kommt.

Thomas: Damit eng verknüpft ist der zweite große Faktor, nochmal der Ölpreis.

Thomas: Sollte sich dieser auf dem aktuellen Niveau stabilisieren oder weiter steigen,

Thomas: wird sich zunehmend die Frage stellen, ob daraus doch noch breitere Inflationsimpulse

Thomas: entstehen und wie die Zentralbanken darauf reagieren können.

Thomas: Das ist aber ein Thema für die nächsten Monate und noch nicht unbedingt für die nächsten Wochen.

Thomas: Auf der Makroseite richtet sich der Fokus weiterhin auf Inflations- und Arbeitsmarktdaten,

Thomas: insbesondere in den USA.

Thomas: Der Arbeitsmarkt ist aktuell einer der großen zentralen Stabilitätsanker und

Thomas: Schwäche-Signale würden hier den Markt jetzt eher verunsichern.

Thomas: An den Aktienmärkten steht weiterhin die Berichtssaison im Mittelpunkt.

Thomas: Nach dem starken Auftrag durch die Banken wird entscheidend sein,

Thomas: ob sich diese positive Gewinnentwicklung auch in anderen Sektoren bestätigen kann.

Thomas: Und schließlich in Europa, sowohl Fortschritte, vielleicht auch im Ukraine-Konflikt

Thomas: können hier sehr positiv und sehr interessant werden, als auch diese zusätzliche

Thomas: bessere Zusammenarbeit in Brüssel zwischen den Staats- und Regierungschefs.

Thomas: Zusammengefasst, die Märkte bewegen sich weiterhin zwischen geopolitischer Unsicherheit

Thomas: und guten, überraschend positiven, fundamentaler Stärke.

Thomas: Und wichtig wird sein, welche dieser beiden Seiten in den nächsten Wochen überwiegen

Thomas: kann. Damit freue ich mich auf die nächste Folge und viele Grüße aus München.

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