Zwischen KI-Boom und Geopolitik: Wie verhalten sich Anleger jetzt klug?
Shownotes
Die Spannungen in Nahost halten in Kombination mit der Blockade der Straße von Hormus die Lieferketten weiter in Atem. Als Folge hat der Ölpreis noch einmal einen Satz nach oben gemacht. Auf der anderen Seite: solide Wachstumsdaten und Unternehmensgewinne. Wie lange kann das positive Fundamentalbild der geopolitischen Lage trotzen? Ruben Fiebig aus dem MEAG Portfoliomanagement und Thomas Ott zeigen die Zusammenhänge auf.
Ganz klarer Wachstumstreiber bleibt weiterhin die Künstliche Intelligenz. Denn die Milliardeninvestitionen in Rechenzentren, Chips und Software wirken sich unmittelbar auf die Wertschöpfungsketten aus. Dadurch ergibt sich eine sektorenübergreifende Nachfrage rund um Infrastruktur und Netzausbau – allerdings ohne direkte Monetarisierung. Was manche deshalb als Blase zu erkennen glauben, hat aber eine ganz andere Ursache. Im Podcast schauen wir gemeinsam auf die Hintergründe.
Trotz der rundum verlockenden Renditeperspektiven von KI-Aktien bleiben sichere Kernbausteine wie Anleihen hoch im Kurs. Warum viele Anleger jetzt auf Unternehmensanleihen im Portfoliomix setzen – auch das erfahrt ihr im Podcast.
Viel Spaß bei der neuen Folge. Wenn euch der Podcast gefällt, freuen wir uns über eine positive Bewertung oder Weiterempfehlung. Fragen und Anregungen wie immer gerne per Mail an: info@meag.com
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Thomas: Wir fahren auf Sicht und wir müssen Portfolien und unsere Meinungen,
Thomas: unsere Positionen dann anpassen, wie sich die Situation auch tatsächlich entwickelt.
Ruben: Eine Billion Investments, eine Billion US-Dollar Investments können wir im nächsten
Ruben: Jahr in Datencenter insgesamt sehen.
Thomas: Das Positive daraus ist ja wirklich, es betrifft da nicht nur ein Land oder
Thomas: eine Region, sondern wirklich vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette rund
Thomas: um dieses Thema AI ist ja wirklich global.
Thomas: Herzlich willkommen zu Märkte und Trends am 18. März 2026.
Thomas: Die Märkte stehen aktuell zwischen zwei großen Kräften. Auf der einen Seite
Thomas: ein massiver Investitionsboom rund um die künstliche Intelligenz,
Thomas: angeführt von Nvidia und allen anderen großen Technologiekonzernen.
Thomas: Auf der anderen Seite die geopolitische Spannungen, insbesondere rund um den
Thomas: Iran, die weiterhin einfach stark im Fokus stehen und bei denen eine Entspannung
Thomas: oder gar eine Lösung aktuell nicht in Sicht ist. Was bedeutet das für Wachstum, Märkte und Portfolios?
Thomas: Mein Name ist Thomas Ott und darüber möchte ich heute erneut mit meinem geschätzten
Thomas: Kollegen Ruben Fiebig sprechen. Ruben, herzlich willkommen.
Ruben: Ja, Thomas, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich dabei zu sein,
Ruben: besonders über die positiven Themen heute zu sprechen.
Ruben: Aber ich glaube, die geopolitischen Risiken sind auch heute das,
Ruben: über das wir leider sprechen müssen.
Thomas: Ruben, du hast es gesagt, lass uns darum direkt anfangen, wie gewohnt mit der Wirtschaft.
Thomas: Wenn man aktuell auf die globalen Daten schaut, sehen wir noch ein positives
Thomas: Makro-Bild eigentlich.
Thomas: Solides Wachstum, es gibt weiterhin mehr positive Anpassungen für Wachstumserwartungen als negative.
Thomas: Starke Unternehmensgewinne, Inflationserwartungen, die nahe den Zielen der Zentralbanken
Thomas: sind, grundsätzlich also eigentlich positiv.
Thomas: Negativ für dieses Bild ist dagegen weiterhin einfach die bestehende Situation
Thomas: im Iran. Seit den Angriffen hat sich der Ölpreis nahezu verdoppelt und der Transport
Thomas: von Rohöl durch die Straße von Humus ist weitestgehend zu mehr liegen gekommen.
Thomas: Eine Lösung ist hier aktuell weiterhin nicht in Sicht.
Thomas: Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite das Makrobild, auf der anderen Seite
Thomas: die Situation im Iran oder anders gefragt, wie lange kann das Fundamentalbild
Thomas: dem Risiko tatsächlich trotzen?
Thomas: Wir haben ja vor einigen Wochen auch ein Spezial quasi zum Iran gemacht.
Thomas: Was hat sich seitdem verändert?
Ruben: Leider nichts. Man muss leider feststellen, dass wir bei diesem Thema einfach nicht mehr wissen.
Ruben: Wir wissen nicht, wie kommt es zu einer Lösung.
Ruben: Der US-Präsident hat von einer Militäroperation, die wenige Wochen andauert, gesprochen.
Ruben: Und ja, jetzt reden wir auch von wenigen Wochen, aber wie viele Wochen, das weiß keiner.
Ruben: Bemühen wir einfach mal einen Blick auf die nun oft zitierten Wettmärkte.
Ruben: Polymarket ist so ein Wettmarkt, an dem man ablesen kann, auf was die Spekulanten
Ruben: gerade setzen und dann merkt man, wir haben das letzte Mal am 8.
Ruben: März, rund um den 8. März gesprochen, nun am 18.
Ruben: März hat sich nicht viel getan, es ist eher schlechter geworden.
Ruben: Eine Aussicht auf eine Einigung, auf einen Frieden oder Waffenstillstand,
Ruben: muss man das eher nennen, sind eher gesunken.
Ruben: Und das ist eben schlecht, denn so länger die Situation andauert,
Ruben: umso mehr wackelt dieses starke, fundamentale Bild. Du hast es angesprochen,
Ruben: Inflationserwartung, Unternehmensgewinne, globales Wachstum.
Ruben: Das ist ja nicht jetzt Becke sozusagen ausradiert durch diese Situation.
Ruben: Es gibt ja Gegenmaßnahmen, aber je länger das andauert, umso mehr muss man an die Inflation ran.
Ruben: Die sinkt eben nicht wie erwartet, sondern bleibt erhöht und das hat dann Konsequenzen
Ruben: für die Weltwirtschaft.
Ruben: Und leider muss man hier sagen, dieses große Thema Iran ist nicht gelöst,
Ruben: es gibt keine schnelle Lösung anscheinend und dementsprechend große Unsicherheit für Investoren.
Thomas: Das heißt im Grunde für die Weltwirtschaft aktuell, auch wenn sich das Ende
Thomas: des Krieges eher in der Erwartung nach hinten verschoben hat,
Thomas: aber für die Weltwirtschaft blicken wir aktuell so ein bisschen trotzdem durch.
Thomas: Sprich, wir erwarten, dass es trotzdem ein Ende geben wird.
Thomas: Und wir reden aktuell noch nicht über die langfristigen Effekte.
Thomas: Das wird eigentlich dann am Ende des Tages die Hauptfrage sein.
Thomas: Das Problem ist, das hattest du gesagt, wir wissen es einfach nicht.
Thomas: Darum hier vom Portfolio Management kann man wirklich eigentlich nur sagen,
Thomas: wir fahren auf Sicht und wir müssen Portfolien und unsere Meinungen,
Thomas: unsere Positionen dann anpassen, wie sich die Situation auch tatsächlich entwickelt.
Thomas: Es kann natürlich langfristige Effekte geben, aber einfach um hierzu wirklich
Thomas: eine verlässliche Aussage zu treffen, fehlt uns weiterhin die Informationen
Thomas: und darum würde ich sagen, lass uns lieber auf ein paar Treiber für die Wirtschaft
Thomas: schauen, bei denen wir wirklich mehr wissen.
Thomas: Wir werden wahrscheinlich heute im Verlauf des Gesprächs auch ein bisschen mehr über AI etc.
Thomas: Sprechen, das mal als Anteaser. Und eben einer dieser Treiber für das Wachstum
Thomas: sind die starken Investitionen in Technologie und in Infrastruktur,
Thomas: die mit der künstlichen Intelligenz auch zusammenhängt.
Thomas: Darum ist AI nicht mehr nur ein Thema für die Börse, sondern wirklich auch ein
Thomas: globaler Wachstumstreiber?
Ruben: Auf jeden Fall. Das Thema ist nicht aus der Welt, auch wenn es eben durch diese
Ruben: Geopolitik in den Hintergrund gerückt ist.
Ruben: Die Trends haben sich eher noch beschleunigt.
Ruben: Die Nvidia hat ihre große jährliche Konferenz gerade und hat die Zahl von einer
Ruben: Billion Investitionskapital in Datencenter-Infrastruktur in den Raum gestellt.
Ruben: Das ist natürlich eine Riesenzahl und vor einem Jahr um diese Zeit hat man noch
Ruben: von 500 Milliarden geredet.
Ruben: Dementsprechend die Zahlen werden immer größer, die Summen werden immer größer,
Ruben: es beschleunigt sich und am Kapitalmarkt im Verhältnis ist bei diesen bestimmten
Ruben: Aktien eigentlich relativ wenig passiert.
Ruben: Also man sieht, Investoren zweifeln, dass dieses Thema genau so kommt,
Ruben: wie uns die Herren von großen Tech-Konzernen erzählen, aber wir sehen aktuell
Ruben: noch diese Fortschritte, deswegen dieses Hin und Her, das besteht einfach am Markt.
Ruben: Unterliegend ist diese Technologie nach wie vor da, überrascht,
Ruben: positiv und es wird investiert.
Ruben: Investoren sind dennoch zurückhaltend. Ist es die Geopolitik oder eben einfach
Ruben: die schiere Summe, um die es mittlerweile geht?
Ruben: Dieses Spannungsfeld ist das, was wir analysieren müssen.
Thomas: Lass uns die Frage der Blase vielleicht gleich nochmal zurückstellen.
Thomas: Da kommen wir vielleicht gleich nochmal drauf.
Thomas: Aber was wir wirklich festhalten können, einfach diese großen Tech-Konzerne
Thomas: investieren Milliarden in Rechenzentren, Chips, Software.
Thomas: Und das Positive daraus ist ja wirklich, es betrifft dann nicht nur ein Land
Thomas: oder eine Region, sondern wirklich vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette
Thomas: rund um dieses Thema AI ist ja wirklich global.
Thomas: Für die Zukunft vielleicht auch mal so ein bisschen so eine Einschätzung.
Thomas: Es hieß ja früher immer, wenn die USA zum Beispiel schwächelt oder wenn China
Thomas: schwächelt, dann hat der Rest der globalen Wirtschaft wirklich dann auch Probleme
Thomas: und liegt auf der Intensivstation.
Thomas: Darum hier die Frage, verabschieden wir uns ein bisschen von der Abhängigkeit
Thomas: von einzelnen Ländern und wird die Abhängigkeit dann eher von Investitionen
Thomas: in ein Thema wichtiger als das Wirtschaftswachstum in einem Land spezifisch?
Ruben: Es geht um ein spezielles Thema, das Thema künstliche Intelligenz und da sind
Ruben: die Investoren natürlich sehr selektiv.
Ruben: Ein Feld, was besonders spannend im aktuellen Umfeld ist das Thema Memory,
Ruben: also die Speicherchips.
Ruben: Die sind nämlich besonders knapp und diese Knappheit, die hat sich im Prinzip
Ruben: in den letzten Monaten, muss man sagen, einfach nochmal verschärft.
Ruben: Und jetzt redet man davon, dass bis 2030 eine Knappheit in diesem Markt herrscht.
Ruben: Und Investoren gehen dann natürlich global auf die Suche, wo sind denn diese
Ruben: Gewinner dieser Knappheit zu finden und eine Anhäufung von Unternehmen sind
Ruben: zufälligerweise in Korea zu finden.
Ruben: Hier sind Unternehmen Marktführer in dem Bereich.
Ruben: Und profitieren überproportional.
Thomas: Okay, halten wir quasi mal fest, die Auftragsbücher sind für den Moment voll.
Thomas: Das sollte unser positives Makro-Umfeld eigentlich stabilisieren.
Thomas: Das, was wir vorhin angesprochen haben, eben nicht nur in den USA,
Thomas: nicht nur in Asien, China, Korea, wie du jetzt angesprochen hattest, sondern eben global.
Thomas: Das ist im Grunde weiterhin positiv und muss man auch einfach mal festhalten.
Thomas: Dann lass uns einmal direkt wirklich auf die Aktienmärkte auch schauen.
Thomas: Und eben besonders interessant eben diese Entwicklerkonferenz von Nvidia und
Thomas: der Ausblick, der hier gegeben wurde.
Thomas: Vielleicht trotzdem nochmal kurzer Einschub auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.
Thomas: Wir besprechen jetzt hier zwar
Thomas: einzelne Unternehmen, das hat aber mit der Wertschöpfungskette zu tun.
Thomas: Das ist jetzt wirklich keine Empfehlung für einen Kauf, Verkauf,
Thomas: sondern es ist einfach nur, um diese Wertschöpfungskette darlegen zu können.
Thomas: Es ist wirklich einfach nur eine Diskussion, wie die Situation sich aktuell hier entwickelt.
Thomas: Kannst du uns einen kurzen Abriss geben, was ist relevant für uns jetzt von
Thomas: dieser Entwicklerkonferenz?
Thomas: Was wurde versprochen und was können wir jetzt vielleicht auch als nächstes
Thomas: irgendwo erwarten? Was möchte Nvidia als nächstes machen?
Ruben: Genau. Erstmal, warum reden wir drüber? Entweder ist das größte Unternehmen
Ruben: dieser Welt und was auf dieser Entwicklerkonferenz gesagt wird,
Ruben: hat globale Auswirkungen.
Ruben: Die Größe der Summe, habe ich zu Beginn schon genannt, eine Billion Investments.
Ruben: Eine Billion US-Dollar Investments können wir im nächsten Jahr in Datencenter
Ruben: insgesamt sehen und diese eine Billion, davon schneidet sich natürlich Nvidia ein großes Stück ab,
Ruben: aber sie brauchen natürlich Zulieferer für diese Industrie und da hat natürlich der Investor,
Ruben: Aufmerksam zugehört. Wo geht das technologietechnisch hin?
Ruben: Und dementsprechend wurden dann auch die Gewinner und Verlierer direkt ausgemacht.
Ruben: Also ja.
Thomas: Wie reagieren hier dann die großen Tech-Konzerne, allen voran Unternehmen dann
Thomas: wie Meta, Microsoft, Amazon?
Thomas: Die sind natürlich ja auch groß in diesem ganzen System oder in diesem Mikrokosmos,
Thomas: muss man ja eigentlich sagen, vertreten.
Thomas: Was machen die jetzt mit Nvidia? Wie betrifft das die?
Thomas: Und was kann man da schon auf gewisse Weise ableiten, mal ganz kurz, um das zu reißen?
Ruben: Genau, die Technologie ist revolutionär. Wir alle wissen jetzt,
Ruben: wie intelligent diese Modelle sind und jetzt geht es darum, in einem Jahr,
Ruben: zwei Jahre wirklich jeden in die Anwendung zu bringen und damit jeder diese Tools nutzen kann,
Ruben: brauchen wir einfach massive Investitionen. Die Infrastruktur muss aufgebaut werden.
Ruben: Da geht es eben um diese eine Billion Investments.
Ruben: Und wer leistet die?
Ruben: Die investiert nicht Nvidia, sondern es sind Unternehmen wie Meta,
Ruben: Microsoft, Amazon und wie sie alle heißen, auch die Lidl-Gruppe in Deutschland
Ruben: investiert in KI-Infrastruktur.
Ruben: Hier wird massiv über mehrere Jahre Milliarden Summen ausgegeben.
Thomas: Da stellt sich dann aber natürlich schon auch die Frage. Also AI,
Thomas: ist es noch ein kurzfristiger Hype?
Thomas: Hype hat häufig was mit Blase zu tun, du hast es vorhin einmal kurz angesprochen.
Thomas: Oder ist es eben dieser strukturelle Trend, den wir eigentlich sehen?
Thomas: Und ein struktureller Trend ist was Nachhaltiges.
Thomas: Das kann dann auch eine Realwirtschaft auch tatsächlich nachhaltig positiv beeinflussen.
Thomas: Nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Konsumenten.
Thomas: Da ist dann wirklich einfach diese Frage, sind wir in einer Blase oder ist es
Thomas: eigentlich einfach ein struktureller Trend, der vielleicht mal eine Blase hätte
Thomas: werden können, aber jetzt sich entwickelt?
Ruben: Genau, Blase, da geht es ja auch um die Bewertung dieser Unternehmen.
Ruben: Ist sie besonders hoch oder eben besonders exorbitant?
Ruben: Und wenn man auf diese Trends schaut, dann sieht man, diese großen US-Tech-Konzerne
Ruben: sind eher abgestraft worden das letzte Jahr eben wegen diesen großen Investitionen.
Ruben: Man hat Sorge, dass sie eben nicht lohnenswert sind, in diese Rechenkapazitäten zu investieren.
Ruben: Interne Memos von Amazon und anderen Technikkonzernen verraten uns aber.
Ruben: Intern rechnet man von einem Nachfrageboom, weil man sieht aktuell schon starke Nachfrage.
Ruben: Das heißt, das Thema ist aktuell.
Ruben: Die Bewertung rein von außen betrachtet wirkt jetzt nicht exorbitant,
Ruben: insbesondere bei den gelisteten Unternehmen und dementsprechend ist es schwer
Ruben: von einer Blase zu sprechen.
Ruben: Man könnte natürlich annehmen, die Gewinne sind aktuell einfach viel zu hoch
Ruben: bei Nvidia, die Marge ist bei 75 Prozent, wo soll sie denn noch hingehen?
Ruben: Diese Diskussion dürfte anhalten, aber deswegen stellen sie sich ja auf die
Ruben: Entwicklerkonferenz und sagen, wir haben den leistungsfähigsten Chip,
Ruben: wir haben den Chip, der euch auch dann einen gewissen Return erwirtschaftet
Ruben: und darauf sprengen dann natürlich die großen Tech-Konzerne.
Ruben: Und deswegen sind wir meines Erachtens nicht in einer Blase,
Ruben: sondern wir sind in einem strukturellen Trend.
Ruben: Es wird investiert. Die Investitionen werden sich über die nächsten Jahre erst auszahlen.
Ruben: Deswegen die Mutigen, die jetzt Milliarden investieren, gehört die Zukunft.
Ruben: Und deswegen kann man hier dem Thema positiv wechseln.
Thomas: Ja, sehr spannend, auch einfach weiterhin hier positiv zu bleiben.
Thomas: Schauen wir noch einmal auf die Anleihen.
Thomas: Auch hier sind tatsächlich auch die Tech-Konzerne dieses Jahr auch ein sehr
Thomas: spannendes Segment wirklich.
Thomas: Normalerweise hat man bei Tech immer nur über die Aktien gesprochen,
Thomas: aber eben die großen Investitionen müssen natürlich auch irgendwo finanziert
Thomas: werden. Darum auch im Fixed Income, also bei den Anleihen, AI dieses Jahr wirklich
Thomas: sehr bestimmendes Thema.
Thomas: Unternehmen haben hier Rekordemissionen getätigt, also Unternehmen haben Anleihen
Thomas: neu an den Markt gebracht und Investoren sind tatsächlich darauf gesprungen.
Thomas: Also die waren stark überzeichnet, es wollte mehr Investoren,
Thomas: wollten eigentlich diese Papiere kaufen, als dass es Angebot gab.
Thomas: Eben eine sehr starke Nachfrage ist im ersten Moment sehr positiv,
Thomas: hat aber natürlich auch eine Kehrseite.
Thomas: Auf der einen Seite Unternehmen, die bisher nie Schulden hatten oder sehr wenig
Thomas: davon, haben auf einmal sehr viele Verpflichtungen halt einfach in die Zukunft
Thomas: geschoben und müssen jetzt natürlich auch schauen, dass sich diese Investitionen
Thomas: dann auch rechnen, damit sie die Schulden wieder zurückzahlen können.
Thomas: Oder auf der zweiten Punkt hohe Neumissionen führen meist auch dazu,
Thomas: dass sich die Risikoprämien ausweiten.
Thomas: Wie hat sich der Anleihemarkt gehalten? Eigentlich war er ja sehr stabil und
Thomas: auch ein Markt, den wir immer sehr gemocht haben.
Ruben: Genau, es hat sich einfach bewahrheitet.
Ruben: Sie haben sich sehr stabil gezeigt und man muss sagen, vielleicht ist das ja
Ruben: genau, was Investoren in der Gesamtheit wollen, gerade von diesen Tech-Unternehmen,
Ruben: dass sie sicheren Return versprechen.
Ruben: Es ist unsicher, ob das jetzt die große Return erwirtschaftet.
Ruben: Davon profitiert ja vor allem der Aktieninvestor.
Ruben: Als Anleiheninvestor habe ich einfach bei so einer Emission einfach eine versprochene Rendite.
Ruben: Wenn AI jetzt kein Rohrkrepierer wird, sozusagen,
Ruben: wenn auch diese starken Unternehmen mit starken Marktstellungen auch fähig seien,
Ruben: diese Anleihen zu bedienen und auch die Coupons zu zahlen und dementsprechend
Ruben: kamen auch diese Emissionen sehr gut an Anleihenmarkt und grundsätzlich positiv
Ruben: für den Markt, dass man sieht,
Ruben: es wird dieses Rekordvolumen auch aufgenommen und sollte auch dafür sprechen,
Ruben: dass wir weiterhin Anleihen in diesem Segment als Kernbaustein im Portfolio sehen.
Thomas: Ich glaube, was den Anleihenmarkt aktuell wahrscheinlich sogar auch fast ein
Thomas: bisschen mehr beschäftigt hat, waren tatsächlich auch so diese Verschiebungen
Thomas: der Zinsstrukturkurve tatsächlich auch natürlich im Rahmen oder getrieben durch die Situation im Iran.
Thomas: Da kann man dann auch eigentlich dazu sagen, dass Unternehmensanleihen fast
Thomas: weniger risikoreich waren als Staatsanleihen.
Thomas: Darum lass uns hier auch kurz zu sprechen. Wir haben gesehen,
Thomas: die Ölpreise oder diese Entwicklung beim Ölpreis hat natürlich auch Konsequenzen
Thomas: auf der Fixed Income Seite.
Thomas: Diverse Zentralbanken, nehmen wir jetzt zum Beispiel mal die EZB,
Thomas: hatten keine Zinserhöhung geplant dieses Jahr.
Thomas: Trotzdem hat der Finanzmarkt eigentlich angefangen bis zu zwei Zinserhöhungen
Thomas: hier einzupreisen. Das liegt aktuell ausschließlich wirklich am Ölpreis.
Thomas: Darauf haben diverse Zentralbanker sich dann natürlich auch schon geäußert und
Thomas: gesagt, dass Zinserhöhungen derzeit nicht auf dem Tisch liegen als Option,
Thomas: aber es zeigt einfach diese Nervosität des Marktes.
Thomas: Darum Zentralbanken aktuell fast ein größeres Thema für den Anleihenmarkt als
Thomas: die Solvency der Unternehmen kann man ja schon fast sagen.
Ruben: Jetzt sind wir doch wieder zum Thema Irans rückgekehrt und wir müssen es leider,
Ruben: denn das ist eben die große Gefahr für den Kapitalmarkt insgesamt.
Ruben: Wie gesagt, diese Trendthemen vorzunehmen.
Ruben: KI, globales Wirtschaftswachstum, das sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, nach wie vor nicht.
Ruben: Aber die Situation könnte sehr unangenehm werden. Sehen wir weiterhin steigende Ölpreise.
Ruben: Das Niveau von 100 US-Dollar ist womöglich gar nicht so schlimm für den Kapitalmarkt,
Ruben: damit können wir leben. Aber wenn wir wirklich nochmal einen stärkeren Energiepreisschub
Ruben: sehen, dann tut das so richtig weh.
Ruben: Dann müssen nämlich auch die Zentralbanken, wie du es angesprochen hast, reagieren.
Ruben: Man möchte nicht wieder in die Situation zurückkehren, wo wir im Jahr 2022 waren,
Ruben: wo wir wirklich zu spät womöglich auch auf steigende Inflationen auf Zentralbankseite reagiert haben.
Ruben: In diese Situation möchte man nicht kommen und dementsprechend kommt vor allem
Ruben: Volatilität durch diese Unsicherheit.
Ruben: Dauert diese Krise noch länger an, hat das einfach Auswirkungen auf die Inflation.
Thomas: Lassen wir nochmal zusammenfassen. Iran bleibt ein Thema. Wir wissen nicht,
Thomas: wie die Situation sich entwickelt.
Thomas: Darum fahren wir auf Sicht und wir konzentrieren uns auf die strukturellen Themen,
Thomas: von denen wir einfach mehr wissen und von denen wir auch wirklich denken,
Thomas: dass sie strukturell positiv sein wird.
Thomas: Grundsätzlich ist die Weltwirtschaft aktuell stabil, getrieben einfach von den
Thomas: Investitionen in den strukturellen Wachstumstreiber AI.
Thomas: Natürlich steht Nvidia aktuell sehr stark im Fokus und wir betrachten das Unternehmen
Thomas: und alle die gesamte Wertschöpfungskette darum sehr genau auch einfach weiter.
Thomas: Für Anleger bleibt es dabei, dass tatsächlich Ruhe und Geduld,
Thomas: Durchhaltevermögen weiterhin am wichtigsten ist und sich einfach nicht von kurzfristigen
Thomas: Schocks oder von negativen News in der Presse, in den Nachrichten verunsichern
Thomas: lassen, sondern einfach da auch schon über die nächsten Jahre, glaube ich,
Thomas: werden wir dann auch wieder positive Kapitalmärkte sehen oder auch schon im
Thomas: Zweifel, sobald die Situation sich gelöst und gelockert hat.
Thomas: Darum Ruben, vielen Dank fürs Gespräch und vielen Dank für deine Einschätzungen.
Ruben: Vielen Dank, Thomas.
Thomas: Das war Märkte und Trends im März 2026. Vielen Dank fürs Zuhören.
Thomas: Bleiben Sie informiert und wir freuen uns auf jegliches Feedback,
Thomas: was Sie für uns haben. Liebe Grüße aus München.
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