Krise als Chance: Warum Panik kein guter Investmentplan ist

Shownotes

Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage im Nahen Osten befürchten viele Anleger nicht nur explodierende Energiepreise, sondern auch Folgeeffekte auf Inflation und Wachstum. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Gemeinsam mit Ruben Fiebig aus dem MEAG Portfoliomanagement bringen wir Licht ins Dunkel – und etwas Ruhe in erhitzte Gemüter.

Fundamental bleibt die Wirtschaft weiterhin gut unterstützt. Die Berichtssaison verlief positiv, und bei der Titelselektion liegt der Fokus unverändert auf Wachstum und Gewinnen. Dennoch zeigt sich – wie bereits im vergangenen Jahr – in den ersten Monaten des Jahres erneut eine deutliche Spreizung zwischen den USA und dem Rest der Welt. Welche Faktoren hinter der bislang eher schwachen Kursentwicklung in den USA stehen, besprechen wir für euch im Podcast.

Mit Blick auf die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten ist der Preisanstieg bei Energierohstoffen eine nachvollziehbare Reaktion. In Zeiten wachsender Unsicherheit lohnt sich jedoch auch der Blick auf Edelmetalle sowie die Rolle des US‑Dollars. Wie verändert sich die Dollarnachfrage, und wie verhalten sich Anleihen im Portfolio? Lasst uns gemeinsam darauf schauen.

Viel Spaß bei der neuen Folge. Ansonsten gilt: Gerne abonnieren, weiterempfehlen und bei Fragen und Anregungen freuen wir uns auf eine Mail an: info@meag.com


Rechtlicher Hinweis: Diese Information dient Werbezwecken der MEAG MUNICH ERGO Kapitalanlagegesellschaft mbH. Die Informationen stammen von Quellen, die die MEAG als zuverlässig einschätzt. Die tatsächlichen Entwicklungen können wesentlich von den geäußerten Erwartungen abweichen. Die MEAG behält sich Änderungen der Einschätzungen vor und ist nicht verpflichtet, diese Informationen zu aktualisieren. Die Informationen sind nicht als Anlageberatung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten gedacht, und genügen nicht den Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage(strategie-)empfehlungen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. MEAG übernimmt keine Haftung für einen unmittelbaren oder mittelbaren Schaden, der sich aus einer Verwendung dieser Veröffentlichung oder ihres Inhalts ergibt. Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Weder die MEAG noch die mit ihr verbundenen Unternehmen, ihre Führungskräfte oder Beschäftigte übernehmen irgendeine Haftung für einen unmittelbaren oder mittelbaren Schaden, der sich aus einer Verwendung dieser Veröffentlichung oder ihres Inhalts ergibt. Diese Information wird von der MEAG MUNICH ERGO Kapitalanlagegesellschaft mbH ("MEAG"), München, zur Verfügung gestellt. Die MEAG ist eine Kapitalverwaltungsgesellschaft im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches. Sie verwaltet Publikumsinvestmentvermögen und Spezial-AIF mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten und erbringt die Finanzportfolioverwaltung für institutionelle Anleger, die nicht der Munich Re (Gruppe) angehören. Im Rahmen investmentrechtlicher Zulässigkeit kooperiert die MEAG eng mit der MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH. Diese ist ein reiner Konzern-Asset-Manager und erbringt die Finanz- und Immobilienportfolioverwaltung sowie die Anlageberatung ausschließlich für Unternehmen der Munich Re (Gruppe). Alle Rechte vorbehalten

Transkript anzeigen

Ruben: Alles war gut und jetzt dieser Schock. Panik ist selten ein Investmentplan.

Ruben: Die Softwareaktien sind vor allem zu finden in den USA und nicht im Rest der

Ruben: Welt und dementsprechend konnten sich europäische Aktien nochmal besser schlagen.

Ruben: Aber man muss sagen, das kreiert jede Menge Chancen.

Thomas: Wichtig ist es darum, wirklich nicht in Panik zu verfallen und seinem Investmentplan

Thomas: und seiner langfristigen Investmentstrategie treu zu bleiben.

Thomas: Herzlich willkommen zu Märkte und Trends am 3. März 2026.

Thomas: Mein Name ist Thomas Ott und bei mir ist heute mein geschätzter Kollege Ruben

Thomas: Fiebig. Ruben, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, dass du heute da bist.

Ruben: Ja, hallo Thomas. Danke für die Einladung. Lang nicht mehr hier gewesen,

Ruben: aber bei der Sendung, du, da ist einiges, was wir durchkauen müssen.

Thomas: Ja, das stimmt absolut. Wir hatten uns gemeinsam die letzten Tage auf die heutige

Thomas: Folge wirklich schon gut vorbereitet, aber durften dann unser Konzept gestern

Thomas: nochmal komplett neu aufstellen.

Thomas: Für viele Zuhörerinnen und Zuhörer von uns, das passiert uns in der Arbeit zuletzt

Thomas: sehr, sehr häufig und ist von daher wirklich mal eine schöne Anekdote,

Thomas: die wir Ihnen direkt am Anfang mitgeben können. Wir übertragen auf unsere Fonds.

Thomas: Wir stellen unsere Portfolien auf, aber wenn nur ein Zahnrad nicht mehr in das

Thomas: nächste greift, dann startet man in jeder Analyse wieder von vorne,

Thomas: genauso wie für uns hier dieses Mal für den Podcast.

Thomas: Dieses Mal ist es die Eskalation im Nahen Osten und die Angriffe der USA und Israel auf den Iran.

Thomas: Es erinnert ein wenig an den Zwölftageskrieg aus dem Juni im letzten Jahr.

Thomas: Schon damals wurde der Iran attackiert. Die Märkte erholten sich damals aber

Thomas: überraschend schnell davon.

Thomas: Dieses Mal scheint es jedoch eine etwas größer angelegte Operation zu sein.

Thomas: Was ist passiert und was beschäftigt aktuell den Marktruppen?

Thomas: Kannst du uns einmal kurz durchführen?

Ruben: Ja, es erinnert an die Aktionen letzten Jahres, aber doch ist alles wieder anders.

Ruben: Herr Trump sitzt immer noch am Ruder und er ist unberechenbar wie eh und je.

Ruben: Und genau das ist das Problem. Wir haben eine große Unsicherheit. Wie geht es weiter?

Ruben: Die Unsicherheit besteht darin, wie lang geht diese Operation?

Ruben: Man hat gesehen, in Venezuela war das in einer Nacht durch. Das ist es sicherlich nicht.

Ruben: Letztes Jahr im Iran war es auch ein singulärer Angriff. Es war ein klares Ziel.

Ruben: Wir wollen diese Atomanlagen zerstören.

Ruben: Was ist das Ziel eigentlich diesmal? Regime-Change, hat der Mann gesagt.

Ruben: Also man will die Bevölkerung im Iran dazu bringen, an die Macht zu kommen.

Ruben: Das ist wirklich ein Grund. Man weiß es nicht. Also es ist diesmal einfach anders.

Ruben: Washington spricht von einer Aktion, die mehrere Wochen anhalten soll. Also,

Ruben: Solch ein Szenario mögen Investoren gar nicht.

Ruben: Je länger sich diese Situation hinzieht, desto mehr steigt die Unsicherheit

Ruben: für Energiepreise und dadurch auch für Inflation und letztendlich dann auch Wachstum.

Thomas: Ja, das stimmt absolut. Lass uns vielleicht einmal eins nach dem anderen tatsächlich durchgehen.

Thomas: Energiepreise, Inflation, Wachstum, das erinnert so ein wenig auch an die Situation,

Thomas: die wir damals beim Krieg Russland-Ukraine hatten.

Thomas: Was wissen wir heute? Was ist der Stand und was ist noch unklar?

Thomas: Energiepreise sind im ersten Moment erwartungsgemäß, sage ich mal, nach oben gesprungen.

Thomas: Der Ölpreis ist am gestrigen Tag, am Montag um circa 10 Prozent höher geschossen.

Thomas: Heute nochmal kam da ein bisschen was drauf.

Thomas: Brent handelt jetzt bei über 80 Euro und LNG Gas, also Natural Gas,

Thomas: ist sogar um teilweise über 50 Prozent nach oben katapultiert,

Thomas: kann man hier wirklich sagen.

Thomas: Damit ist natürlich schon auch viel Unsicherheit im ersten Moment eingepreist.

Thomas: Für Konsumenten, für Investoren, aber auch Unternehmen stellen sich jetzt aber

Thomas: tatsächlich auch irgendwo andere Fragen aus meiner Sicht.

Thomas: Vor allem ist wirklich diese Sache und du hattest es ja auch schon angesprochen,

Thomas: wie lange bleibt dieser Krieg und vor allem wie lange bleiben wir bei diesen

Thomas: hohen Niveaus bei den Energiepreisen. Das hatten wir eben bei Russland und Ukraine gesehen.

Thomas: Da haben wir gesehen, wir sind lange auf diesen Niveaus geblieben und das war

Thomas: dann irgendwann ein Problem, vor allem für die Realwirtschaft,

Thomas: weil dann zum Beispiel natürlich auch die Inflation ansteigt oder wir eben auch

Thomas: eine Wachstumsreduktion global sehen.

Thomas: So weit sind wir noch nicht, aber das ist wahrscheinlich wirklich aktuell das große Risiko. Genau.

Ruben: Nehmen wir mal einen Schritt zurück. Was macht diese Situation so wichtig für

Ruben: die globale Volkswirtschaft?

Ruben: Es ist vor allem die Straße von Hormuz, die da immer genannt wird.

Ruben: Da fährt jede Menge Öl durch und dementsprechend auch die Auswirkung auf den Ölpreis.

Ruben: Dieses Mal kommt noch dazu, dass der Iran auch ehemalige Verbündete beziehungsweise.

Ruben: Und Staaten angreift, die eigentlich direkt mit dem Konflikt nichts zu tun haben.

Ruben: Nehmen wir die Energieinfrastruktur in den Ländern auch mal in den Fokus,

Ruben: die werden auch beschossen in der ersten Aktion. Und damit hat keiner gerechnet.

Ruben: Zumindest war das kein Diskussionspunkt im ersten Moment.

Ruben: Dieser Schock, okay, der Iran feuert erstmal in der ganzen Region wild herum.

Ruben: Also zum einen die Straße von Hormuz, wo jede Menge Öl durchkommt, womöglich gesperrt.

Ruben: Dann eben auch Schäden an der Energieinfrastruktur.

Ruben: Das spricht alles für einen längeren Energieschock und das wäre gut.

Ruben: Das ist schlecht für Märkte, für die Unsicherheit und die Volatilität bleibt.

Ruben: Also ein kurzfristiger Spike ist ja jederzeit verkraftbar, weil wie gesagt zu

Ruben: Spikes haben wir jedes Jahr mal, einmal kurz, es gibt eine Unsicherheit,

Ruben: es löst sich schnell, aber diesmal weiß man gar nicht, wie kommt man aus der

Ruben: Situation wieder raus und das wird die markttreibenden Events den nächsten Tagen.

Thomas: Ich glaube, das ist wirklich das Wichtige. Also ich glaube, man darf jetzt hier

Thomas: wirklich nicht direkt in Panik verfallen.

Thomas: Man darf nicht wirklich wieder die Schreckgespenster an die Wand malen und von

Thomas: einer Inflationswelle reden.

Thomas: Ja, ich glaube, da muss man wirklich irgendwo aufpassen. Dafür haben wir noch

Thomas: viel zu viel Unsicherheiten.

Thomas: Dafür haben wir noch viel zu viel oder viel zu wenig Wissen,

Thomas: wie die Situation sich weiterentwickelt.

Thomas: Und darum würde ich jetzt sagen, eine Inflationswelle ist nicht zwangsläufig

Thomas: einfach wirklich gegeben. Oder wie siehst du das?

Ruben: Genau, nein. Also die Grundannahme ist, das Event dauert eben diese zwei,

Ruben: drei Wochen, ist dann aber auch vorbei.

Ruben: Es gibt keine großen Schäden in der Energieinfrastruktur, deswegen dieser einmalige

Ruben: Spike ist nicht schlimm. Aber nehmen wir mal einen anderen Event,

Ruben: also wirklich ein anderes Szenario.

Ruben: Der Konflikt dauert jetzt noch wirklich Wochen. Es werden Energieinfrastruktur nachhaltig zerstört.

Ruben: Dann haben wir natürlich nicht nur einen einmaligen Effekt auf den Ölpreis,

Ruben: sondern auch einen nachhaltigen Effekt auf den Ölpreis und auch einen nachhaltigen

Ruben: Effekt womöglich auf den Gaspreis.

Ruben: Weil die Region wird auch immer wichtiger für Europa, aber auch für Japan und

Ruben: andere Gasimporteure als Quelle für Erdgas.

Ruben: Das heißt, wir haben ein höheres Niveau vom Ölpreis und dieses setzt sich dann in Inflation um.

Ruben: Wir alle tanken, wir müssen verschiedene Ölprodukte oder eben Gasprodukte direkt

Ruben: konsumieren, das schlägt direkt auf unsere Inflation nieder und dann gibt es

Ruben: eben diese Zweitrundeneffekte, die wir nur zu gut aus dem Ukraine-Effekt kennen.

Ruben: Irgendwann fangen die Unternehmen an, ihre Preise anzupassen und auch nicht

Ruben: nur Ölprodukte steigen, sondern auch die Produkte,

Ruben: wo Öl ein wichtiger Importfaktor ist, aber auch Löhne müssen steigen und letztendlich

Ruben: dann auch die Zinsen, die Zentralbanken müssen reagieren.

Ruben: Und dementsprechend, ja, das ist das Risikoszenario, aber wir sind da noch nicht.

Ruben: Es gibt noch keine Inflationswelle, wir müssen diese Situation täglich analysieren.

Thomas: Genau, ich glaube, so kann man es wirklich gut zusammenfassen.

Thomas: Ich glaube, das Wichtige ist, aktuell sind wir wirklich noch so ein Niveau,

Thomas: so ein einmaliger Schock, der ist normal, den haben wir, wie du gesagt hast, jedes Jahr.

Thomas: Aber über diese Zweitrundeneffekte, soweit sind wir auf gar keinen Fall aktuell

Thomas: noch oder das ist aktuell auf keinen Fall unser Basisszenario.

Thomas: Aber gut, klar, das schauen wir uns natürlich jeden Tag auch tatsächlich an.

Thomas: Lass uns noch ein paar andere Worte zu anderen Rohstoffen zum Beispiel verlieren.

Thomas: Über Öl haben wir ja schon viel gesprochen, aber für viele Investoren auch aus

Thomas: Portfolios-Stabilisierungsgründen schauen wir uns ja auch regelmäßig zum Beispiel

Thomas: Gold an oder auch den Währungsmarkt.

Thomas: Insbesondere ist ja hier jetzt auch wirklich der US-Dollar dann auch tatsächlich

Thomas: wieder in den Fokus gerückt.

Thomas: Gold hat vor allem zu Jahresbeginn bereits wirklich eine sehr starke Performance gezeigt.

Thomas: Das war vor allem ein bisschen auch von Spekulanten getrieben,

Thomas: auch durch den Silbermarkt getrieben.

Thomas: Heute, die Tage, jetzt aktuell ist es tatsächlich einfach anders.

Thomas: Die Nachfrage ist getrieben vor allem durch die Unsicherheit,

Thomas: dem geopolitischen Risiko und das hat wirklich auch in den Tagen zu diesem Konflikt

Thomas: den Goldpreis auch wirklich dann nochmal stabilisiert und auch nach oben getrieben.

Thomas: Und das streicht auch einfach hier dann wieder ein bisschen die Bedeutung von

Thomas: einer ausgewogenen und gut durchdachten Portfolio-Konstruktion.

Thomas: Der US-Dollar ist bisher im Jahresverlauf eigentlich eher wirklich unter Druck

Thomas: gewesen, auch aufgrund dieser politischen Volatilität weiterhin im Weißen Haus.

Thomas: Aber aktuell sehen wir wirklich wieder vermehrt die Nachfrage nach dem Dollar.

Thomas: In Situationen, wie aktuell steigt der Dollar einfach gerne,

Thomas: dann ist er dieser sogenannte Safe Haven oder dieser sichere Hafen.

Thomas: Und dieser Position kann er gerade eben tatsächlich sehr gut nachkommen.

Thomas: Er ist einfach ein sehr liquides Asset und kann in großen Mengen sehr schnell gehandelt werden.

Thomas: Und das mögen Investoren vor allem in Zeiten von Unsicherheit.

Thomas: Und das hilft gerade eben dem US-Dollar und natürlich dann auch,

Thomas: global breit gestreuten Portfolio und daher eben auch diese positive technische

Thomas: Nachfrage jetzt auch einfach im US-Dollar.

Ruben: Genau. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut ein global diversifiziertes Multi-Asset-Portfolio

Ruben: bisher durch diese Krise kommt.

Ruben: Klar, wir wissen nicht, wie es sich entwickelt, aber durch den steigenden US-Dollar,

Ruben: durch steigende Goldpreise, steigende Commodity-Preise sehen wir,

Ruben: dass ein breit diversifiziertes Portfolio sogar am ersten Tag nach dem Einmarsch im Plus schließen kann.

Ruben: Das wird sicherlich nicht so weitergehen, weil es zeigt sich,

Ruben: der Krieg ist nicht in einem Tag vorbei.

Ruben: Die Unsicherheit sickert so langsam durch und die Nerven der Investoren werden

Ruben: im Prinzip durchaus strapaziert.

Ruben: Aber man sieht, Diversifikation zahlt sich einfach aus.

Ruben: Und das ist schön zu sehen, nachdem man in der letzten Krise in der Ukraine

Ruben: eben gesehen hat, da waren wir noch nicht so gut aufgestellt.

Ruben: Da waren Zinsen beim Nullpunkt und ja, Investoren hatten auch nicht so eine

Ruben: gute Diversifikationsmöglichkeit über Gold. Gold hat nicht so stark reagiert.

Ruben: Deswegen erstmal gut, aber es bewegt sich schnell und es ist einfach gut,

Ruben: breit diversifiziert zu sein.

Thomas: Ruben, bevor wir gleich in die Asset-Klassen tatsächlich dann auch nochmal reinsteigen,

Thomas: Zinsen hast du ja auch schon einmal kurz angesprochen gehabt.

Thomas: Lass uns nochmal Mal kurz ansonsten grundsätzlich auf die Wirtschaft,

Thomas: das Fundamentalbild, einen Satz zu verlieren, weil grundsätzlich die fundamentalen

Thomas: Daten sind weiterhin eigentlich gut.

Ruben: Wir waren eigentlich in dem Modus, die Weltwirtschaft wird angetrieben von der

Ruben: USA, da gibt es Steuererleichterungen, da gibt der Staat jede Menge Geld aus,

Ruben: die KI-Unternehmen geben jede Menge Geld aus und diese Investitionen spiegeln

Ruben: sich im soliden Wachstum nicht nur in den USA, sondern auch global wieder.

Ruben: In Europa hatte man eine Hoffnung, dass einfach nach Jahren des schwachen Wachstums

Ruben: endlich das Geld auch von Deutschland im Markt ankommt,

Ruben: die Investitionsmilliarden des Wachstums schützen und dementsprechend auch die

Ruben: Gewinne der Unternehmen steigen.

Ruben: Deswegen alles war gut und jetzt dieser Schock.

Ruben: Geopolitik macht uns ja auch schon zum Anfang des Jahres ein bisschen Probleme.

Ruben: Wir hatten die Diskussion über Grönland, jetzt ist es die Diskussion über den Iran.

Ruben: Iran sicherlich wichtiger von der Signifikanz, aber es zeigt sich, dieses Hin und Her,

Ruben: diese Schocks aus der Geopolitik getrieben haben grundsätzlich kurze Beine und

Ruben: das unterliegende fundamentale Bild ist bisher noch sehr gut.

Ruben: Das heißt, wenn sich das lösen sollte innerhalb von einer Woche,

Ruben: zwei, dann ist es durchaus möglich, dass wir die neuen Allzeithochs in Europa

Ruben: wie auch in den USA sehen könnten.

Ruben: Aber es gibt natürlich jetzt neue Pfade, mehr Volatilität und Portfolios müssen

Ruben: dafür ausgerichtet sein.

Thomas: Ich glaube, das würde ich hundert Prozent unterschreiben. Ich glaube,

Thomas: das Wichtige ist wirklich einfach, die Fundamentaldaten sind wirklich gut und

Thomas: für viele Investoren, genauso wie für uns natürlich auch im täglichen Doing-Gestand.

Thomas: Wieder mal die älteste Weisheit. Ruhe bewahren, auf gar keinen Fall in Panik verfallen.

Thomas: Märkte können viel Volatilität überstehen, aber die Portfolien müssen dafür ausgestattet sein.

Thomas: Und bisher, wie gesagt, fokussieren wir uns noch auf das Fundamentalbild und

Thomas: schauen einfach, wie sich die Situationen nebenher entwickeln.

Thomas: Und da müssen wir uns vielleicht anpassen. Aber Ruben, lass uns dann mal vielleicht

Thomas: zu den ESSEL-Klassen schauen, lass uns mal zu den Aktien wechseln.

Thomas: Natürlich zwei Themen, die ich diskutieren möchte, neben jetzt mal auch dem

Thomas: Iran-Thema, aber vielleicht können wir anfangen damit, zum einen die US-Berichtssaison,

Thomas: eigentlich wieder sehr, sehr positiv,

Thomas: was wir da gesehen haben.

Thomas: Viele Unternehmen haben ihre Ziele übertroffen, berichten und guiden auch sehr gut.

Thomas: Und das andere, du hattest es auch angesprochen, diese Spreizung USA-Europa.

Thomas: Vor allem Europa dieses Jahr, eigentlich ähnlich wie letztes Jahr,

Thomas: mit einer super starken Jahresauftakt-Performance.

Thomas: Wie ordnest du das ein, vor allem jetzt natürlich auch in der Gemengelage,

Thomas: aber erstmal, wie ordnest du die Entwicklung Year-to-Date ein?

Ruben: Ja, Aktien, dafür brenne ich natürlich, da komme ich her.

Ruben: Geopolitik, ja, da sind wir alle, lernen immer neu über den Trump.

Ruben: Da muss man den Analysten teilweise vertrauen, wie das Geschehen zu analysieren

Ruben: ist beim Aktienmarkt, kann man eben.

Ruben: Klaren Zahlen sagen, es sieht gut aus. Unternehmensgewinne steigen im letzten

Ruben: Quartal, aber auch im nächsten Quartal für die Grundgesamtheit der Unternehmen

Ruben: und da dies nicht nur in den USA passiert,

Ruben: sondern global, schaut der Investor,

Ruben: ach der Herr Trump, der ist mir doch so ein bisschen unberechenbar.

Ruben: Aber da war das Thema Diversifikation auch hier das große Thema bei den Aktien.

Ruben: Breitgesteuertes Portfolio, eher weg von dem MSCI World mit einem starken US-Gewicht

Ruben: hin zu Aktien in Europa, Aktien in Japan, aber auch Aktien in Emerging Markets.

Ruben: Denn all diese Regionen haben eine gute Berichtssaison hinter sich und was auch noch dazu kam,

Ruben: war einfach diese große Unsicherheit, die aus dem Thema künstliche Intelligenz kam.

Ruben: Hier hat es Unternehmen unter anderem Anthropic, aber auch OpenAI mit neuen

Ruben: Tools dafür gezeugt, dass jede Menge Volatilität bei den Einzelaktien herrschte

Ruben: und insbesondere der Softwaresektor stark getroffen wurde.

Ruben: Die Softwareaktien sind vor allem zu finden in den USA und nicht im Rest der

Ruben: Welt und dementsprechend konnten sich europäische Aktien nochmal besser schlagen.

Thomas: Ist das dann wirklich auch der Kerngrund für die Spreizung zwischen den USA und Europa?

Thomas: Software, vielleicht reden wir da in einer Sekunde auch nochmal drauf,

Thomas: weil ich glaube, das schauen viele von unseren Zuhörern natürlich auch an.

Thomas: Was ich im ersten Moment aber mitnehme, die Zahlen waren jetzt tatsächlich gut.

Thomas: Gute Zahlen sind auch nötig gewesen, um auch einfach diesen Bewertungen gerecht zu werden.

Thomas: Und natürlich die Volatilität ist jetzt gerade eben ein Problem.

Thomas: Aber diese Spreizung USA, Europa, mehr wirklich so ein Software-AI-Thema?

Ruben: Es sind mehrere Themen, du hast recht, einen Schritt zurück.

Ruben: Es ist zum einen das Thema, was wir auch letztes Jahr eben hatten,

Ruben: Investoren wollen diversifizieren.

Ruben: Jeder erkennt, dass ein Portfolio, was zu 70, 75 Prozent nur aus Aktien in einer

Ruben: Weltregion besteht, wie es beim MSCI World ist, nämlich Aktien USA,

Ruben: ist nicht mehr breit diversifiziert.

Ruben: Wir haben auch gute Unternehmen in Europa, in Japan, in Emerging Markets und

Ruben: die sind eben da nur zu einem kleinen Prozentteil vertreten und das war ein

Ruben: großes Thema letztes Jahr und ist es auch noch dieses Jahr.

Ruben: Und Investoren rebalancieren ihr Portfolio, also Währungs- und Kapitalflüsse

Ruben: ändern sich und dementsprechend hat sich diese Kursperformance aufgetan, weg von USA,

Ruben: rein in Europa, rein in Emerging Markets, rein in Japan.

Ruben: Und dementsprechend die Märkte sind kleiner und dementsprechend die Ausschläge

Ruben: dann auch gleich größer. Das heißt, das ist ein Effekt.

Ruben: Dann haben wir den Effekt, den ich schon angesprochen habe. Dieser Sektormix

Ruben: ist anders USA im Vergleich zum Rest der Welt.

Ruben: Wir haben diese Magnificent Seven, die immer geliefert haben und immer auch

Ruben: den Aktionären sehr freundlicherweise ihre Aktien zurückgekauft haben,

Ruben: sehr viel Geld wieder zurück an die Aktionäre gebracht haben und die haben jetzt

Ruben: einfach gar kein Geld mehr, weil sie alles für ihr Ei investieren müssen und

Ruben: diese Geschäftsmodelle ändern sich und dadurch entsteht eine große Unsicherheit.

Ruben: Und aus diesen Wachstumsaktien ist auf einmal ein großes Fragezeichen geworden.

Ruben: Lohnen sich die Investitionen? Und das hat für Unsicherheit gesorgt und diese

Ruben: Investitionen lösen auch etwas aus, dadurch, dass sie Geld verdienen müssen.

Ruben: Hat man andere Geschäftsmodelle wieder angezweifelt, nämlich von vielen Softwareunternehmen.

Ruben: Ja, wenn AI so stark wird, dann ist vielleicht ein Softwareunternehmen angegriffen,

Ruben: weil irgendwo muss das Geld auch verdient werden und da nimmt man das am besten

Ruben: aus dem Topf, von dem der derzeit sehr viel verdient und das sind einfach Softwareunternehmen.

Thomas: Ja, nee, macht ja auch Sinn. Ich meine, Software hat natürlich früher auch immer

Thomas: diesen riesengroßen Vorteil gehabt.

Thomas: Man hat eine Software einmal geschrieben und dann konnte man sie an den Kunden

Thomas: verkaufen. Im besten Fall sogar noch eine Lizenz einfach. Da hat man monatlich das Geld bekommen.

Thomas: Heutzutage erwartet der Kunde natürlich dann auch, dass in der Software auch

Thomas: eine AI dann irgendwo wiederum verarbeitet ist.

Thomas: Das macht natürlich eine Software dann auch wieder wartungsintensiver,

Thomas: macht das natürlich auch dann Kosten oder die höheren Kosten und das belastet

Thomas: wahrscheinlich dann natürlich auch irgendwo so ein bisschen diese Software-Namen.

Thomas: Heißt nicht, dass Software tot ist, heißt aber einfach, dass sich vielleicht

Thomas: dieses Geschäftsmodell im Software-Bereich so ein bisschen am ändern ist,

Thomas: am adjustieren ist und das hat jetzt vielleicht die ersten Monate den Bereich

Thomas: dann auch so ein bisschen belastet.

Ruben: Genau, da kommen wir zu dem Thema, was wir am Anfang haben. Auch hier,

Ruben: Unsicherheit ist der Performance-Killer.

Ruben: Sobald Investoren einen klaren Investment-Case haben, wissen,

Ruben: hey, hier in Europa, wir haben jetzt stabiles Wachstum, wir sind günstig bewertet,

Ruben: Investoren sind unterinvestiert, weil die sind viel zu stark engagiert in den USA.

Ruben: Das wird. Und das war so ein bisschen diese Story, wie wir in diesen Konflikt

Ruben: in Iran reingelaufen ist. Jetzt kommt auf einmal Unsicherheit.

Ruben: Ja, was ist mit unserem Gas?

Ruben: Ja, schießt es wieder nach oben. Investoren haben einfach noch im Hinterkopf,

Ruben: dass das einfach einen Inflationsschock auslösen kann.

Ruben: Womöglich nicht kommen, aber die Unsicherheit besteht und belastet die Bewertungen

Ruben: am Aktienmarkt und auch hier ist es genauso.

Ruben: Die Unsicherheit steigt und dementsprechend sinken meistens die Aktienkurse

Ruben: und das ist der Haupteffekt im Softwaresektor.

Ruben: Die Unsicherheit steigt einfach unglaublich und im Softwaresektor war es anders als in Europa.

Ruben: Die Bewertungen waren alles andere als günstig, aber man muss sagen,

Ruben: das kreiert jede Menge Chancen.

Ruben: Wir haben ewig gewartet, dass einige der Unternehmen so günstig werden und über

Ruben: mehrere Jahre wird auch hier im Softwarebereich Superinvestments zu finden sein.

Ruben: Man braucht nur Ruhe, keine Panik und eben einen klaren Investmentansatz und

Ruben: dann wird man, wie auch in der Geopolitik,

Ruben: am Aktienmarkt Geld verdienen, weil das Rad dreht sich weiter und Panik ist

Ruben: selten ein Investmentplan.

Thomas: Das sind glaube ich gute Worte. Damit würde ich dann auch den Aktienbereich

Thomas: tatsächlich schließen und dann lass uns nochmal ganz kurz auch auf die Anleihen schauen.

Thomas: Inflation ist natürlich ein Thema, was wir davor schon angesprochen haben und

Thomas: Inflation und Zinsen und damit auch Anleihen hängen natürlich eins zu eins zusammen.

Thomas: Normalerweise sind Anleihen in Stressphasen der klassische Stabilitätsanker für Portfolien.

Thomas: Risiko wird abverkauft, dann nehme ich einen sicheren Hafen,

Thomas: nehme die Staatsanleihen.

Thomas: Funktioniert das dieses Mal auch trotz diesem, ja, ich nenne es jetzt trotzdem

Thomas: mal diesem Inflationsrisiko durch die Energie?

Thomas: Wir haben ja schon das letzte Mal 2022 gesehen, das hat damals nicht so gut funktioniert.

Ruben: Nein, auch dieses Mal wirkt es so, als wäre die Duration, also Anleihen mit

Ruben: längerer Laufzeit kein risikoloser Hafen, sondern erhöhen sogar das Risiko im Portfolio.

Ruben: Denn über den Ölpreisschock sollte er länger andauern, sollten auch Gaspreise

Ruben: länger auf erhöhtem Niveau bleiben, kommt es einfach zu Erstrunden- und Zweitrundeneffekten.

Ruben: Die Zentralbank kann die Zinsen auch in eine schwächere Wirtschaft hinein nicht senken.

Ruben: Und das kommt dann zu einem ungünstigen Niveau, dass eben das lange Ende sogar eher steigt.

Ruben: Weil auch hier die Unsicherheit steigt. Was macht die Inflation?

Ruben: Wie können wir Energiesicherheit darstellen? Was kostet das?

Ruben: Das kann uns noch Probleme bereiten und deswegen eher am kurzen Ende investieren.

Ruben: Wahrscheinlich auch dieses Mal die bessere Idee.

Thomas: Ja, das scheint tatsächlich wieder so ein bisschen die Wiederholung von 2022 zu sein.

Thomas: Also viele dieser Sterne sind natürlich oder erleinen sich wieder.

Thomas: Wir sind noch nicht so weit wie zu der damaligen Zeit. Das, glaube ich,

Thomas: ist auch hier nochmal wirklich wichtig zu betonen.

Thomas: Aber klar, die Risiken bestehen einfach. Wir schauen uns die tagtäglich einfach

Thomas: an, sind hier natürlich auch im regelmäßigen Austausch mit unseren Kollegen,

Thomas: die sich ausschließlich um die Anleihen tatsächlich kümmern,

Thomas: um hier auch wirklich dann die beste Performance für die Portfolien herausholen

Thomas: oder für unsere Investoren herausholen zu können.

Thomas: Ich glaube, Ruben, damit sind wir eigentlich schon wirklich durch mit unserem Gespräch.

Thomas: Wenn ich es noch einmal zusammenfassen kann, für den Moment,

Thomas: wir wissen noch nicht, wie sich die Situation entwickeln wird.

Thomas: Ich freue mich auf jeden Fall, diese Entwicklung begleiten zu dürfen und auch

Thomas: auf die nächsten Aufnahmen hier im Podcast da auch wieder drauf eingehen zu

Thomas: können. Für den Moment wirklich ist es nochmal wichtig zu sagen,

Thomas: Geopolitik ist furchtbar schwer zu prognostizieren.

Thomas: Wir können über Nacht neue Informationen, neue Tweets, neue Aussagen von Donald

Thomas: Trump bekommen und dann ist diese Situation vielleicht auch schon wieder zu Ende.

Thomas: Wichtig ist es darum, wirklich nicht in Panik zu verfallen und seinem Investmentplan

Thomas: und seiner langfristigen Investmentstrategie treu zu bleiben.

Ruben: Genau. Einfach nochmal den Kapitalmarktschart vom letzten Jahr rausholen.

Ruben: Wer durchhält und konsequent investiert, der wird am Jahresende oder mehrere

Ruben: Jahre danach einen soliden Ertrag erwirtschaften. So wird es auch diesmal sein.

Ruben: Ruhe bewahren. Fürs aktive Management sind wir zuständig und ich freue mich

Ruben: drauf, weil aus jeder Krise entstehen neue Chancen.

Thomas: Ruben, vielen Dank für das Gespräch. Ihnen vielen Dank fürs Zuhören.

Thomas: Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag und viele Grüße aus München.

Ruben: Wiedersehen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.