Adieu tristesse: Das Frühlingserwachen der deutschen Wirtschaft

Shownotes

Aller Aufbruchstimmung zum Trotz – die Wachstumserwartung für die deutsche Wirtschaft wurde erneut deutlich nach unten angepasst. Wann wird das neue Schuldenpaket der Konjunktur den erhofften Schwung verpassen? Kleiner Spoiler: kurzfristig wird das eher nichts.

Schnellere Erfolgserlebnisse locken da an den Kapitalmärkten. Die großen US-Technologiewerte sind gerade so günstig zu haben wie schon lange nicht mehr. Sollte man jetzt zugreifen, ganz nach dem Motto „Buy the Dip“? Zu den Chancen und Risiken geben Jörg und Thomas wie immer eine differenzierte Einschätzung.

Außerdem werfen wir noch einen Blick auf die folgenden Themen:

  • Ist die EZB 2025 weiter auf Zinssenkungskurs?
  • Welche Anleihen bleiben auf lange Sicht attraktiv?
  • Schwacher MSCI World: Warum sind aktiv gemanagte Fonds im Vorteil?

Viel Spaß beim Anhören – gebt uns gerne euer Feedback, einfach per Mail an info@meag.com.


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Soundbites: Heißt das jetzt schon, Deutschland ist zurück? Was muss passieren eigentlich,

Soundbites: dass das jetzt nicht einfach nur ein Strohfeuer wird und einfach mehr Geld ausgegeben wird?

Soundbites: Wir haben gesehen, als das Fiskalpaket angekündigt wurde, ist der DAX auf neue

Soundbites: Höchststände gesprungen.

Soundbites: Die Zölle, die jetzt von Trump ja kommen sollen, sind bei uns eher deflationär.

Soundbites: Dieses Fiskalpaket ist natürlich auf der Gegenseite, das könnte inflationär sein.

Soundbites: Gut, aktuell haben wir tatsächlich eine Präferenz einfach für Europa,

Soundbites: weil hier sich wirklich diese Story tatsächlich geändert hat.

Jörg: Ja, herzlich willkommen zu Märkte und Trends im März 2025. Wir haben so an der

Jörg: Wall Street so Diskussionen, ob Buy the Dip, also gerade günstig nachkaufen,

Jörg: nach dem Nachgeben der Tech-Börse, ob das sinnvoll ist. Das wird so ein bisschen verglichen.

Jörg: Ich kaufe ein Ticket für eine Show, wo ich eigentlich gar nicht weiß,

Jörg: wer dann da auftreten soll.

Jörg: Also Sommerschlussverkauf steige ich jetzt ein. Also wir haben irgendwie eine

Jörg: Achterbahnfahrt in den USA wegen der Zölle, die einmal verkündet werden,

Jörg: zurückgenommen werden, kennen wir schon.

Jörg: CNN berichtet teilweise, wie jetzt wären wir irgendwie die Börse oder die Märkte

Jörg: auf der Intensivstation.

Jörg: Lass uns doch mal schauen, ob das der Beginn von etwas Größerem ist.

Jörg: Mein Name ist Jörg Graf und heute darf ich wieder unseren Experten Thomas Ott

Jörg: begrüßen. Thomas, herzlich willkommen.

Thomas: Hallo Jörg, ich freue mich heute wieder dabei zu sein.

Jörg: Die letzten zwei Wochen waren ereignisreich. Gleichzeitig stehen wichtige Termine bevor.

Jörg: Ich glaube, die Woche ist noch FED-Entscheidung, oder?

Thomas: Ich glaube, das erste wichtige Meeting wird tatsächlich erst mal morgen stattfinden

Thomas: zwischen Putin und Donald Trump. Sie wollen jetzt tatsächlich telefonieren.

Thomas: Ich glaube, das ist erst mal wirklich das Key Event für diese Woche.

Jörg: Dann lass uns mal die Themen anschauen. Wir legen mit der Wirtschaft los.

Jörg: Wir haben von der Bundesregierung, die Wachstumsprognose ist für 2025 nochmal

Jörg: deutlich gesenkt worden, von 1,1 auf 0,3.

Jörg: Wir haben doch wahrscheinlich ein paar strukturelle Änderungen,

Jörg: beziehungsweise das Geschäftsmodell von Deutschland hat sich so ein bisschen

Jörg: geändert, was ja jedem Unternehmen so ein bisschen eigen ist,

Jörg: einmal in der Geschichte, also eine Neuausrichtung.

Jörg: Aber was heißt jetzt, dass wir jetzt so eine reduzierte Wachstumsaussicht haben?

Jörg: Was heißt das jetzt konkret erstmal?

Thomas: Also eine solche Anpassung der Wachstumsprognose, die ja schon drastisch ist,

Thomas: ist natürlich erstmal ein Warnsignal.

Thomas: Aber man muss auch fairerweise sagen, dieses Warnsignal haben wir jetzt nicht das allererste Mal.

Thomas: Die Reduktion der Wachstumsprognosen ist eigentlich jetzt schon Gang und Gebe

Thomas: und von daher wirklich nichts Neues.

Thomas: Die wirtschaftliche Dynamik ist einfach weiterhin schwächer als erhofft oder als man erwartet hatte.

Thomas: Die Gründe hierfür sind wirklich auch altbekannt. Wir haben weiterhin eine hohe

Thomas: Regulatorik, geringe Investitionen.

Thomas: Wir haben auch eine geringe Nachfrage, auch aus dem Ausland.

Thomas: Das sieht man vor allem sehr gut bei den Autobauern, die ja in der letzten Woche

Thomas: regelmäßig mit neuen Gewinneinbrüchen um die Ecke gekommen sind, um nur zwei zu nennen.

Thomas: Das haben wir bei Porsche gesehen, das haben wir aber auch bei BMW gesehen.

Thomas: Vor allem einfach, weil der asiatische Raum hier schwach war.

Thomas: Aber wir steuern ja jetzt hier

Thomas: in Deutschland und auch in Europa dann doch relativ drastisch dagegen.

Jörg: Ja, sprechen wir mal über die große Veränderung, würde ich sagen.

Jörg: Das ist das diskutierte Schuldenpaket.

Jörg: Natürlich möchten wir jetzt anfangen, die Wirtschaft nachhaltig zu stimulieren und Wachstum schaffen.

Jörg: War ein langes Hin und Her, haben wir gesehen, war sehr intensiv mit den Grünen

Jörg: dann auch nochmal im Nachgang die Einigung zwischen SPD und CDU, CSU.

Jörg: Heißt das jetzt schon, Deutschland ist zurück oder Europa vielleicht sogar als

Jörg: Deutschland in der Führung, dass es zurück ist oder was muss passieren eigentlich,

Jörg: dass das jetzt nicht einfach nur ein Strohfeuer wird und einfach mehr Geld ausgegeben wird?

Thomas: Ja, also die Summe dieser Maßnahmen, die wir jetzt gesehen haben von Union und

Thomas: SPD, ist natürlich eine riesen Anpassung.

Thomas: Jetzt nicht nur das Fiskalpaket, was ja wirklich auf Investitionen hinauslaufen

Thomas: soll, auch auf den Umbau der Wirtschaft hin zu Clean Energy oder hin zu einer

Thomas: emissionsneutralen Wirtschaft, sondern eben auch diese Anpassung der Schuldenbremse.

Thomas: Damit kann man kurzfristig die Nachfrage erhöhen, aber eigentlich ist wirklich

Thomas: hier diese langfristige Hoffnung, dass wir das Potenzialwachstum erhöhen können.

Thomas: Also Potenzialwachstum heißt, mit wie viel Prozent kann eine Wirtschaft über

Thomas: den langen Frist hinaus wachsen und dafür braucht es einfach Investitionen,

Thomas: vor allem auch einfach gezielte Investitionen in die Infrastruktur.

Thomas: Und ja, wichtig ist hier eben, dass man investiert und eben nicht konsumiert.

Thomas: Darauf haben ja auch die Grünen dann nochmal in den Nachverhandlungen gepocht,

Thomas: dass damit jetzt keine Konsumausgaben dann finanziert werden sollen,

Thomas: sondern wirklich, dass es um Investitionen geht.

Thomas: Wichtig ist aber auch zu verstehen, dass wir jetzt hier keine falschen Erwartungen haben dürfen.

Thomas: Also an diesem schwachen Wachstum, was wir für 25 erwarten, wird sich relativ wenig ändern.

Thomas: Diese Effekte werden wirklich erst 26 und fortfolgend dann in der Wirtschaft spürbar sein.

Thomas: Aber da sind die Erwartungen tatsächlich sehr hoch inzwischen.

Jörg: Eine der großen deutschen Banken hat ja diese Woche einen Wirtschaftswachstum

Jörg: von zwei Prozent genannt, um wirklich dieses Sozialsystem auch bedienen zu können.

Jörg: Also da müsste Deutschland ein King kommen, um nachhaltig voranzukommen.

Thomas: Genau, also wir sollten wirklich schauen, dass wir hier wegkommen von diesen

Thomas: 0,3 Prozent, sondern eigentlich zumindest mal schauen, dass wir auch auf ein

Thomas: nachhaltiges, reales, hohes Wachstum wieder zurückkommen können.

Jörg: Okay. Kommen wir gleich zu den Aktien, weil da relativ viel passiert.

Jörg: Der Aktienmarkt, klar, spiegelt immer die Zukunft wieder. Oder ich sage mal

Jörg: auch psychologisch gesehen natürlich auch Hoffnung.

Jörg: Und davon sehen wir ja schon so ein bisschen was. Das sind die deutschen Indizes,

Jörg: DAX ist ein bisschen nach oben gegangen,

Jörg: hat dann wieder ein bisschen abgegeben, ist dann doch wieder hochgegangen,

Jörg: also quasi wie im Takt mit den Verhandlungen, fast wie Zölle,

Jörg: auf der USA-Seite ist hier die Verhandlung der neuen Regierung gewesen,

Jörg: also viel Schwankungsbreite, aber was treibt hier den Markt eigentlich,

Jörg: sind das wirklich Erwartungen oder psychologische Effekte dann wirklich,

Jörg: das Paket wird, oder anders formuliert,

Jörg: Traut Deutschland zu, dieses große Paket jetzt wirklich in nachhaltiges Wachstum

Jörg: umzusetzen, ja oder nein?

Thomas: Ja, ich glaube, es sind sehr viele Punkte, die aktuell den Markt hier irgendwo

Thomas: dann auch tatsächlich treiben.

Thomas: Also zwei hattest du schon gesagt, auf der einen Seite ist natürlich diese Zollpolitik,

Thomas: die immer ein wahnsinniges Hin und Her ergibt.

Thomas: Wir geben Europa 200 Prozent Zölle, nein, wir geben doch keine Zölle.

Thomas: Und auf der anderen Seite war eben dieses Fiskalpaket, was ja wirklich einen

Thomas: wahnsinnigen Effekt auf den Markt einfach hatte.

Thomas: Also wir haben gesehen, als das Fiskalpaket oder die Pakete angekündigt wurden,

Thomas: ist der DAX aus dem Stand eigentlich auf neue Höchststände gesprungen und dann

Thomas: hat man eben gesagt, okay, jetzt wird investiert, die Unternehmen wachsen,

Thomas: wir haben Wachstum allgemein in der Wirtschaft wieder und dann kam eben diese Phase,

Thomas: wo wir zurück in die Verhandlungen gegangen sind.

Thomas: Auch der Unionspartei mit den Grünen

Thomas: und dann hat der Markt einfach diese Unsicherheit wieder eingepreist.

Thomas: Vielleicht kommt das Paket ja doch nicht oder deutlich weniger,

Thomas: als wir erwartet hatten. Sprich, darum sind wir wieder runtergefallen.

Thomas: Dazu kamen natürlich auch dann diese Zollthematiken und dann letzten Freitag

Thomas: haben wir gesehen, okay, wir kriegen das Paket jetzt doch, man hat sich geeinigt

Thomas: und auf einmal steigt der Markt wieder extrem an.

Thomas: Sprich, wir haben einfach aktuell eine extrem hohe Unsicherheit,

Thomas: eine extrem hohe Volatilität an den Märkten und das ist natürlich auch getrieben

Thomas: durch diese politischen Unsicherheiten, auch teilweise durch dieses Regimewechsel,

Thomas: was wir einfach jetzt in letzter Zeit gesehen haben.

Jörg: Angenommen, ich schenke dir 100.000 Euro, investierst du die jetzt in die Wall

Jörg: Street oder eher in europäische Aktien?

Jörg: Also Achterbahnfahrt und das würde ich gerne verbinden mit dem Buy the Dip,

Jörg: weil das ist ja doch ein bisschen was passiert an der Nasdaq,

Jörg: dass da die, ich glaube 10 Prozent haben wir schon gesehen teilweise,

Jörg: also unten jetzt schon kaufen oder lieber solide, ich glaube an Europa,

Jörg: da passiert jetzt was, Deutschland geht voran mit dem Paket,

Jörg: also wo gibst du die 100.000 Euro hin?

Thomas: Also es sind jetzt zwei Fragen, glaube ich, in der Summe.

Thomas: Generell diese By-the-Dip-Mentalität oder diese By-the-Dip-Strategie kann schon sehr sinnvoll sein,

Thomas: vor allem wenn sich die Fundamentaldaten der Wirtschaft und der Unternehmen

Thomas: stimmen, wenn die langfristig auch ein positives Signal einfach geben,

Thomas: dann kann so eine By-the-Dip-Mentalität durchaus sehr profitabel einfach sein.

Thomas: Allerdings sollte man hier in der aktuellen Situation wahrscheinlich etwas vorsichtig

Thomas: sein und nicht blindlings wirklich kaufen, nur weil die Kurse gefallen sind.

Thomas: Wir haben einfach eine sehr hohe Volatilität aktuell an den Märkten und darum

Thomas: kann dieser Ansatz wirklich hier gefährlich sein,

Thomas: dass man einfach in ein Falling Knife nennt man es, sprich die Kurse fallen

Thomas: und dann sieht man eine kurze Gegenbewegung, da möchte man kaufen,

Thomas: aber dann geht es doch weiter runter.

Thomas: Also da ist wirklich jetzt so ein bisschen Fingerspitzengefühl,

Thomas: Timing die Frage und darum Blindlings einfach by the dip machen,

Thomas: glaube ich, ist aktuell gefährlich.

Thomas: Auf deine andere Frage, gut, aktuell haben wir tatsächlich eine Präferenz einfach

Thomas: für Europa, weil hier sich wirklich diese Story tatsächlich geändert hat.

Thomas: Ja, also wir gehen weg von Vorsichtigem und wir gehen halt mehr zu expansiver Fiskalpolitik,

Thomas: zu Wachstumspolitik, zu Investitionen und das ist schon eine Neuerung in der

Thomas: Story und darum Europa ist aktuell, finde ich, schon sehr interessant als Region.

Jörg: Wir haben viel Unsicherheit, wir haben, wie wir schon gesagt haben,

Jörg: Deutschland muss sein Geschäftsmodell oder Strukturreformen letzten Endes angehen, da passiert was.

Jörg: Hat hier das aktive Management gegenüber einem passiven im Moment vielleicht

Jörg: eher einen Vorteil, weil natürlich ein Index immer, ich sag mal,

Jörg: meistens die Marktkapitalisierung, eine Vergangenheitsform abdeckt.

Jörg: Jetzt kommt es wahrscheinlich zu so strukturellen Brüchen auf USA-Seite, auf Europaseite.

Jörg: Denke ich dann vielleicht doch eher mal drüber nach, in Richtung aktives Management

Jörg: zu gehen, wo vielleicht sich auch so positioniert wird, dass diesen,

Jörg: ich nenne es wirklich mal Strukturbrüchen, so ein bisschen Rechnung getragen wird.

Thomas: Ja klar, das ist glaube ich schon ein Riesenvorteil vom aktiven Management.

Thomas: Also nehmen wir mal zum Beispiel wirklich den MSCI World.

Thomas: Ich glaube den kennt jeder, der breiteste gestreute globale Aktienindex einfach.

Thomas: Der war in den letzten Jahren wirklich ein super Investment.

Thomas: Tut sich dieses Jahr allerdings im Vergleich mit globalen aktiven Aktienstrategien

Thomas: tatsächlich auch sehr, sehr schwer einfach.

Thomas: Gegeben dieser Marktkapitalisierung, gegeben dieser Strukturbrüche,

Thomas: die wir im Markt wirklich sehen, um das auch mal ein bisschen zu konkretisieren.

Thomas: Also in den letzten Jahren war der MSCI World ETF als passives Beispiel regelmäßig

Thomas: unter den besten 20, vielleicht 30 Prozent in seinem Anlageuniversum von globalen

Thomas: Aktienstrategien abgeschlossen.

Thomas: Dieses Jahr halt aufgrund dieser Volatilität, aufgrund dieser Strukturbrüche

Thomas: ist er halt im schlechtesten 20, 30 Prozent. Ja.

Thomas: Warum sehen wir das? Einfach, weil es halt diese großen extremen Verschiebungen

Thomas: gibt in den regionalen Performance-Treibern, weg von den USA hin eher zu Europa,

Thomas: weil es große Schwankungen gibt im Markt, die halt ein aktiver Manager auch mal absichern kann.

Thomas: Und das kann halt beides ein ETF einfach nicht.

Thomas: Der braucht halt länger, um so auf Strukturbrüche reagieren zu können.

Thomas: Und auch bei uns im Portfolio, wir haben eben geschaut, dass wir das Europagewicht

Thomas: stark ausbauen können oder auch, dass wir halt einfach auf diesen Rücksetzer

Thomas: auch unsere Aktienquote auch reduzieren konnten.

Thomas: Und das sind glaube ich schon Vorteile, die ein aktiver Manager dann hat gegenüber einem passiven ETF.

Jörg: Gut, dann gehen wir mal zu einem Anleihen, würde ich sagen.

Jörg: Bleiben wir bei Deutschland, bleiben wir bei dem Gamechanger,

Jörg: dass dieses, ich nenne es jetzt mal nicht mehr Schuldenpaket,

Jörg: ich nenne es jetzt Wachstumspaket.

Thomas: Ich finde es auch übrigens schön, dass wir heute so viel über Deutschland und

Thomas: über Europa sprechen, weil viele unserer Podcasts geht ja eigentlich auch immer

Thomas: über die USA und das ist doch jetzt mal ein Thema.

Jörg: Ein Thema.

Thomas: Genau.

Jörg: Ja, S&P hat verkündet, dass das Paket sei credit positive, also auf Deutsch,

Jörg: man kann so sagen, Deutschland kann es sich leisten, von der Verschuldungsquote her.

Jörg: Dennoch müssen wir natürlich mal schauen, was passiert jetzt am Anleihenmarkt?

Jörg: Also was passiert denn mit den Zinsen?

Jörg: Natürlich, wenn wir jetzt nicht mehr 60% Verschuldung haben,

Jörg: sondern dann 75% und da gibt es ja die verschiedene Hochrechnungen, die stattfinden.

Jörg: Was heißt das dann für die Bundesanleihe? Ich glaube, die hat sich schon ein

Jörg: bisschen bewegt und was heißt das natürlich auch für die Anleihen aus den anderen

Jörg: europäischen Staaten, Italien, Portugal, was passiert da?

Thomas: Also erstmal finde ich es schon interessant, dass S&P, wie du gesagt hast,

Thomas: sagt, Schulden sind credit positive.

Thomas: Also das ist ja auch irgendwo ein bisschen konträr, von daher auch eine nette

Thomas: Anekdote in diesem Zusammenhang.

Thomas: Was wir gesehen haben bei den deutschen Staatsanleihen, natürlich,

Thomas: die haben schon sehr stark reagiert, sind massiv nach oben gegangen.

Thomas: Wir waren in der Spitze dann bei knapp unter drei Prozent bei den zehn Jahres

Thomas: deutschen Staatsanleihen.

Thomas: Von dem Ausgangsniveau, wo wir gekommen sind, war das eine massive Bewegung.

Thomas: Da sind wir ja 40, 50 Basispunkte, je nachdem, was man sich anschaut,

Thomas: teilweise nach oben gegangen.

Thomas: Das war eine der größten Bewegungen seit der Wiedervereinigung.

Thomas: Auch einfach mal um das einzuordnen. Und natürlich hat dieses Paket auch Auswirkungen

Thomas: auf andere Bereiche der Wirtschaft, wenn es jetzt teilweise auch um Preisstabilität

Thomas: geht, also um Inflation oder auch um die Zentralbanken.

Thomas: Damit müssen wir jetzt einfach mal schauen, wie die langfristigen Effekte sind

Thomas: und was davon auch umgesetzt werden kann effektiv.

Jörg: Ja, dann lass uns auch über die Inflation sprechen. Wir haben Fiskalpolitik

Jörg: jetzt, die hier stattfindet. kann das wieder zu mehr Inflation auch führen,

Jörg: gepaart vielleicht sogar mit den Zöllen, die dann da sind.

Jörg: Da brauchen wir natürlich auch Wachstum, ist klar, sonst hätten wir keine Inflation.

Jörg: Aber ist das ein Thema und wie positionieren sich da die Zentralbanken?

Jörg: Also die EZB ist im Zinssenkungszyklus, kann das relativ schnell wieder umkehren.

Jörg: Aber wenn man mal ganz klar es formuliert, wir sprechen über 50 Milliarden im

Jörg: Jahr in Investitionen, weil die werden ja über zehn Jahre aufgeteilt.

Thomas: Also es ist ein sehr komplexes Thema, muss man ja sagen. Also Zölle mit Fiskalpaket,

Thomas: Zentralbanken, Inflation.

Thomas: Ich versuche das alles mal ein bisschen auseinander zu dividieren.

Thomas: Also die Zölle, die jetzt von Trump ja kommen sollen, sind bei uns eher deflationär.

Thomas: Also würden die Inflation eher runterbringen, weil es Potenzial da ist,

Thomas: dass dadurch unser Wirtschaftswachstum sinkt und wir weniger exportieren,

Thomas: weniger Nachfrage ist, also eher die Preise sinken, sprich deflationär in Europa.

Thomas: Aber dieses Fiskalpaket ist natürlich auf der Gegenseite, das könnte inflationär

Thomas: sein, weil es mehr Nachfrage befeuert und theoretisch auch dann mehr Wirtschaftswachstum zur Folge hat.

Thomas: Aktuell erwarten wir allerdings nicht, dass sich auf den eingepreisten Zinspfad

Thomas: von der Europäischen Zentralbank wirklich viel für den kurzen Moment eigentlich ändern wird.

Thomas: Also wir gehen schon auch davon aus, dass wir dieses Jahr ein paar Zinssenkungen

Thomas: sehen, dass dieser Pfad, den wir aktuell sehen, auch realisiert wird und es

Thomas: keine generelle Abkehr vom Zinsentwicklungspfad geben wird.

Thomas: Dafür ist das Wachstum in Europa allgemein weiterhin zu schwach,

Thomas: um jetzt wirklich hier kurzfristig nur durch dieses paketenden Inflationsschock auslösen zu können.

Thomas: Darum, davor habe ich jetzt für den Moment wirklich keine Angst hier in Europa,

Thomas: dass da was passieren sollte.

Jörg: Gibt es bestimmte Bereiche, wenn man auf den Anleihenmarkt schaut,

Jörg: die irgendwie besonders herausstechen?

Jörg: Also wenn ich jetzt, ich sage mal, ich habe Respekt vor den USA,

Jörg: nehme da ein bisschen Kapital raus, weil da gerade so Achterbahnfahrt ist,

Jörg: will ein bisschen was in Anleihen investieren, was wäre da hervorragend?

Thomas: Das ist eigentlich die gleiche Positionierung, die wir jetzt schon seit einigen

Thomas: Monaten tatsächlich haben.

Thomas: Wir mögen weiterhin Unternehmensanleihen wirklich einfach mit guter Bonität,

Thomas: gepaart auch vielleicht mit einer eher kürzeren Restlaufzeit.

Thomas: Das finden wir schon attraktiv, insbesondere eben auch in Branchen,

Thomas: die jetzt vielleicht weniger konjunkturanfällig tatsächlich auch sind.

Thomas: Auch schauen wir in den Portfolien, dass vielleicht auch mehr in sogenannte

Thomas: Green Bonds zu investieren, also auch mit einem nachhaltigen Charakter,

Thomas: weil die auch teilweise nochmal ein bisschen mehr Risikoprämie tatsächlich dann

Thomas: auch im Portfolio geben.

Thomas: Das finden wir schon attraktiv, auch wenn das Wachstum auch jetzt einfach wirklich anspringt,

Thomas: dann sehen wir das auch im Verhältnis zum Beispiel zu Aktien als gepaart mit

Thomas: einem Verhältnis relativ geringem Risiko und darum einfach europäische,

Thomas: gute Bonität, Unternehmensanleihen mögen wir schon im Portfolio.

Jörg: Fassen wir nochmal zusammen. Wir haben relativ viel Schwankungsbreite,

Jörg: vor allem in den USA, wo so viel Tech an Bord ist.

Jörg: Ist jetzt der optimale Einstiegszeitpunkt für Leute, die kurz handeln wollen,

Jörg: müssen vielleicht noch ein bisschen warten.

Jörg: Da passiert glaube ich noch einiges mit Zöllen und hin und her.

Jörg: Das wird noch eine ganze Zeit lang gehen. Langfristig, klar.

Jörg: Kann man eigentlich immer regelmäßig investieren.

Thomas: Ja, langfristig sind natürlich solche Rücksetzer schon interessant,

Thomas: aber da muss man halt auch einfach diese Dauer auch wirklich mitnehmen können.

Thomas: Da muss man sagen, man möchte das Investment dann auch für zwei,

Thomas: drei, vier, vielleicht auch zehn Jahre durchhalten können, dann sind solche

Thomas: Rücksetzer schon interessant.

Thomas: Für kurzfristiges Handeln ist einfach die Marktvolatilität, wenn man wirklich

Thomas: nur auf ein oder zwei Tage schauen möchte, ist die Marktvolatilität aktuell

Thomas: zu hoch, um da wirklich was machen zu können.

Jörg: Ja, ich glaube, es ist einfach jetzt mal ein neuer Schritt. Da geht eine Politik

Jörg: jetzt mal einen Weg und wenn das richtig umgesetzt wird, wenn dann noch Private-Public-Partnerships

Jörg: an Bord kommen, also noch privates Kapital dazu fließt, kann da wirklich schon einiges passieren.

Jörg: Ich glaube, da kann viel Hoffnung auch drin sein.

Jörg: Und ich will mal ein bisschen weg von diesem Meckern und Negativ,

Jörg: sondern da kann, glaube ich, viel Musik drin sein.

Jörg: Und das ist doch mal das Schöne, wenn man jetzt da vorne auch mal blickt.

Thomas: Absolut. Also das Potenzial, was jetzt auch mit diesem Paket geschaffen wurde

Thomas: und auch dieser, ich finde man merkt wirklich auch diesen Stimmungswechsel.

Thomas: Ja, jetzt weg von alles Tristesse und Grau hin wirklich zu einer gewissen Aufbruchsstimmung.

Thomas: Ich finde den merkt man schon, den merkt man auch wirklich teilweise auch am

Thomas: Finanzmarkt, auch wenn man mit Kollegen aus der Branche sich auch unterhält.

Thomas: Da merkt man wirklich einen Stimmungswechsel und den finde ich sehr positiv

Thomas: und der stimmt mich auch zuversichtlich eigentlich auch wirklich für die nächsten

Thomas: Tage, Monate, vielleicht sogar auch Jahre.

Thomas: Aber natürlich, es ist jetzt ein Funke da und jetzt muss halt mal durchgezogen werden.

Thomas: Jetzt muss dann wirklich auch umgesetzt werden und nicht nur sprechen darüber.

Jörg: Genau, das meine ich mit Wirtschaftsphilpsychologie. Wenn jetzt die Unternehmen

Jörg: noch dran glauben oder anfangen dran zu glauben mit den Investitionen,

Jörg: Europa generell, dann ist da echt Potenzial und bei den ganzen Sachen,

Jörg: die da draußen unterwegs sind, ist das vielleicht mal ganz schön,

Jörg: dass man eher mal in die richtige Hoffnung jetzt auch mal schauen darf und kann.

Jörg: So, das war es eigentlich schon von uns. Erstmal vielen Dank fürs Zuhören. Vielen Dank, Thomas.

Thomas: Vielen Dank dir, Jörg, fürs Gespräch.

Jörg: Und wir hören uns gerne beim nächsten Mal. Viele Grüße aus München.

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